Illinois führt erste Kryptowährungssteuer ein: Auswirkungen und Herausforderungen für die Branche
Heute ist der 7.07.2026 und die Welt der Kryptowährungen steht vor einem neuen, aufregenden Kapitel, insbesondere für den Bundesstaat Illinois in den USA. Kürzlich wurde dort die erste transaktionsbasierte Steuer auf digitale Vermögenswerte eingeführt, bekannt als der Digital Asset Tax Act oder einfach „Kryptowährungssteuer“. Diese Steuer, die am 1. Januar 2027 in Kraft treten wird, ist nicht nur ein Novum, sondern könnte auch weitreichende Folgen für die gesamte Branche haben.
Die Steuer beträgt 0,2% des Wertes digitaler Vermögenswerte, die an jeder steuerpflichtigen Transaktion beteiligt sind. Egal, ob Einzel- oder Geschäftskunde, sobald digitale Vermögenswerte von einem digitalen Vermögensvermittler in Illinois empfangen werden, greift die Steuer. Interessanterweise ist der digitale Vermögensvermittler dafür verantwortlich, die Steuer bei jeder Transaktion zu erheben. Das bedeutet, dass ein Kauf von Bitcoin, gefolgt von einer Umwandlung in Ether und schließlich der Übertragung des Ethers zwischen Konten, dreimal besteuert werden könnte! Das ist schon ziemlich komplex.
Einblicke in die Steuerregelungen
Die Definitionen von „digitalem Vermögenswert“, „digitaler Vermögensaktivität“ und „digitalem Vermögensvermittler“ sind erstaunlich weit gefasst. Sie basieren teilweise auf dem Digital Assets and Consumer Protection Act (DACPA) von 2025. Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass die Steuerpflicht nur für digitale Vermögensvermittler gilt, die eine physische Präsenz oder einen wirtschaftlichen Nexus in Illinois haben. Das bedeutet, dass Büros oder Vertreter im Bundesstaat sowie ein Umsatz von mehr als 100.000 USD aus digitalen Vermögensaktivitäten in Illinois erforderlich sind.
Zusätzlich müssen digitale Vermögensvermittler sich beim Illinois Department of Revenue registrieren und monatliche Steuererklärungen einreichen. Das klingt nach einer Menge Bürokratie, und es gibt bereits Bedenken hinsichtlich der Einhaltung und praktischen Umsetzung dieser Regelungen, besonders für Unternehmen mit hohem Transaktionsvolumen. Einige Kritiker fragen sich, ob diese Steuer nicht dazu führen könnte, dass Unternehmen in andere Bundesstaaten abwandern.
Rechtliche Herausforderungen und politische Reaktionen
Der Gesetzesentwurf HB5798 wurde bereits eingeführt, um die Kryptowährungssteuer vollständig aufzuheben, was die Unsicherheit über ihre langfristige Gültigkeit nur verstärkt. Mögliche rechtliche Herausforderungen könnten sich auch aus der Anwendung der Steuer auf den Handel ergeben. Außerdem gibt es verfassungsrechtliche Bedenken bezüglich der Due-Process- und Commerce-Klauseln, die nicht ignoriert werden sollten. Die Einführung dieser Steuer könnte schließlich dazu führen, dass digitale Vermögensunternehmen im Vergleich zu traditionellen Finanzinstituten benachteiligt werden.
Wie sich diese Entwicklungen auf die Landschaft der Kryptowährungen auswirken werden, bleibt abzuwarten. Illinois könnte ein Testfeld für andere Bundesstaaten sein, die ähnliche Maßnahmen in Betracht ziehen. Werden andere Bundesstaaten dem Beispiel folgen oder sich davor hüten? Eines ist sicher: Die Spannung in der Welt der Kryptowährungen ist greifbar.