Ethereum bleibt unangefochtener Spitzenreiter unter den Blockchain- und Smart-Contract-Plattformen, wenn es um die Nutzerbindung geht. Eine aktuelle Studie von CoinGecko, die das Nutzerverhalten von Q1 2025 bis Q1 2026 analysierte, zeigt, dass Ethereum eine beeindruckende Retentionsrate von 26,2 % vorweisen kann. Das bedeutet konkret: Etwa jeder vierte aktive Wallet, das im ersten Quartal 2025 mindestens fünf Transaktionen durchgeführt hat, blieb auch ein Jahr später aktiv. Im Vergleich dazu schneidet die BNB Chain mit 20,5 % ab, was rund 1,49 Millionen Nutzern entspricht. Solana folgt mit 1,39 Millionen, hat jedoch nur eine Retentionsrate von 7,9 % – ein Ergebnis, das maßgeblich durch den Hype um Memecoins im Jahr 2025 beeinflusst wurde.

Interessant ist auch, dass die Layer-2-Lösung Base von Coinbase über 732.000 Nutzer halten konnte, was auf ein effektives Onboarding und das Wachstum von Memecoins zurückgeführt wird. Aptos, eine neuere Non-EVM-Chain, hat 715.000 Nutzer aus ursprünglich 5,45 Millionen gehalten. Die Ronin-Blockchain, die sich auf Gaming konzentriert, weist mit 19,1 % die dritthöchste Retentionsrate auf. Die Erfolge von Ronin sind vor allem auf die täglichen Engagement-Muster in Gaming-Anwendungen zurückzuführen. Weitere Netzwerke wie Arbitrum und Optimism liegen mit 16,6 % und 16,4 % ebenfalls im Rennen, während Avalanche und Polygon mit 15,1 % und 14,2 % nicht weit zurückbleiben. Die Plattform Sui hingegen hat mit einer Retentionsrate von nur 4,6 % zu kämpfen.

Ein Blick auf die Methodik

Die Methodik der Studie basierte auf Daten von Dune Analytics, wobei ein aktives Wallet mindestens fünf Transaktionen im Jahr 2025 durchführen musste, um berücksichtigt zu werden. Eine Retention wurde definiert als mindestens eine Transaktion im Jahr 2026 auf derselben Blockchain. Es ist erwähnenswert, dass bestimmte Netzwerke aufgrund von Bot-Aktivitäten, komplexen Messaging-Systemen oder Datenbeschränkungen von der Studie ausgeschlossen wurden. Diese Erkenntnisse verdeutlichen die Diversität in der Landschaft der Distributed Ledger Technologies (DLT), wobei etablierte Netzwerke hohe Retentionsraten aufweisen, während neuere Plattformen zwar große Volumina erzielen, jedoch mit einer hohen Abwanderung konfrontiert sind.

Für Entwickler, Investoren und Projekte, die auf langfristige Nutzerbindung abzielen, sind diese Einsichten von erheblichem Wert. Sie können strategisch genutzt werden, um das Engagement der Nutzer zu fördern und die Plattformen weiterzuentwickeln. Letztlich ist es nicht nur entscheidend, wie viele Nutzer man anzieht, sondern vor allem, wie viele davon aktiv bleiben.

Blockchain-Technologie im Allgemeinen

Die Blockchain-Technologie und Distributed Ledger Technology (DLT) haben das Potenzial, in verschiedenen Wirtschaftsbereichen eine Schlüsselrolle zu spielen. Bitcoin ist dabei der bekannteste Vertreter dieser Technologien. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, doch viele Aspekte, wie IT-Sicherheit und Ressourcenverbrauch, bedürfen noch umfassenderer Untersuchungen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beschäftigt sich intensiv mit den technischen und kryptografischen Grundlagen der Blockchain-Technologie. Ziel dieser Untersuchungen ist es, die Sicherheit konkreter Blockchain-Anwendungen zu beurteilen und Empfehlungen für deren sicheren Einsatz zu geben.

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Eine umfassende Analyse der Blockchain-Technologie wurde bereits im Mai 2019 veröffentlicht, die sich auf IT-Sicherheit, Effizienz, Datenschutz und Rechtsrahmen konzentrierte. Im Finanzbereich entstehen laufend neue großangelegte Projekte, die Blockchain/DLT als Option in Betracht ziehen. Zudem zeigt sich ein wachsendes Interesse an selbstverwalteten Identitäten (Self-sovereign Identities, SSI), die den Nutzern die Kontrolle über ihre Identitätsdaten ermöglichen. In diesem Zusammenhang hat das BSI 2021 ein Eckpunktepapier zu IT-Sicherheitsanforderungen an SSI veröffentlicht, das sich auf Technologieauswahl und Sicherheitsanforderungen fokussiert.

Die Diskussion über die zukünftige Rolle von Blockchain ist noch lange nicht abgeschlossen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die verschiedenen Technologien entwickeln und welche neuen Einsatzmöglichkeiten sich erschließen werden.