Diamantenindustrie setzt auf Rückverfolgbarkeit durch Blockchain-Technologie
Die natürliche Diamantenindustrie steht vor einer spannenden Wende. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs durch laborgezüchtete Diamanten und sinkende Preise haben die führenden Akteure der Branche erkannt, dass es an der Zeit ist, das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen. Ein großangelegtes Rückverfolgbarkeitssystem wird ins Leben gerufen, um die Herkunft von Diamanten klar zu dokumentieren und somit das Vertrauen der Käufer zu stärken. Die De Beers Group, als größter Diamantenproduzent und -vertreiber weltweit, geht mit gutem Beispiel voran. Sie haben kürzlich angekündigt, dass das Gemological Institute of America (GIA) eine 30-prozentige Beteiligung an Tracr erwerben wird, einer innovativen Plattform zur Rückverfolgbarkeit von Diamanten, die auf Blockchain-Technologie basiert (Quelle).
Tracr, unterstützt von De Beers, ermöglicht es, die gesamte Produktions- und Verarbeitungsreise jedes einzelnen Diamanten nachzuvollziehen. Käufer können damit genau sehen, woher ihr Schmuckstück stammt, wie es designt und bearbeitet wurde. Lu Qi, ein Associate Professor an der China University of Geosciences in Beijing, hat angemerkt, dass diese Rückverfolgbarkeit den Verkauf natürlicher Diamanten ankurbeln könnte. Interessanterweise könnte dies auch die Preise für natürliche Diamanten erhöhen, was durchaus einen Einfluss auf den Markt haben könnte.
Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Tracr
Die Vereinbarung zwischen De Beers und GIA stellt einen bedeutenden Fortschritt für Tracr dar. Sie zeigt nicht nur das Vertrauen des GIA in die Plattform, sondern auch die Notwendigkeit, Herkunftsdaten als Branchenstandard zu etablieren. Al Cook, CEO von De Beers, betont die Wichtigkeit dieser Daten für die Verbraucher. Pritesh Patel, Präsident und CEO von GIA, hebt die Kombination von Blockchain-Provenienz und GIA’s Expertise in der Diamantbewertung hervor, um mehr Transparenz in der Branche zu schaffen (Quelle).
Die Tracr-Plattform ist seit ihrer Entwicklung im Jahr 2018 zu einer führenden Lösung zur Registrierung von Diamanten geworden. Über fünf Millionen Rohdiamanten sind bereits registriert, was etwa zwei Dritteln der Rohdiamantenproduktion von De Beers nach Wert entspricht. Ab Januar 2025 wird die Herkunft einzelner De Beers-Diamanten auf Tracr verfügbar sein. Diese Transparenz könnte für viele Käufer entscheidend sein, besonders in einer Zeit, in der ethische Beschaffung immer mehr in den Vordergrund rückt.
Technologie und Sicherheit im Fokus
Tracr ermöglicht es Erzeugern, digitale Scans, Bilder und Videos der Rohdiamanten hochzuladen. Bei der Übergabe an Fertigungsunternehmen wird das Besitzrecht auf der Plattform übertragen, und ein neuer Scan des Rohdiamanten wird hochgeladen. Das sorgt für eine hohe Sicherheit in der Lieferkette, denn durch einen Abgleich der Scans kann der Status „Rohsteinprüfung abgeschlossen“ vergeben werden. So wird das Risiko eines Austausches minimiert. Cloud Computing spielt dabei eine wesentliche Rolle, da es eine effiziente Speicherung und Verarbeitung großer Datenmengen ermöglicht (Quelle).
Die Entwicklungen rund um Tracr sind nicht nur technologisch beeindruckend, sondern auch sozial relevant. Tracr wird kontinuierlich mit Branchenpartnern weiterentwickelt, um Innovation und Transparenz in der Diamanten-Wertschöpfungskette zu fördern. In Anbetracht des Importverbots der G7 für russische Diamanten im Jahr 2024 spielt Tracr eine entscheidende Rolle in den globalen Bemühungen um ethische Beschaffung. Die Zusammenarbeit mit Sarine Technologies zur Integration der Blockchain-Technologie in das Traceability-System „Diamond Journey™“ zeigt, dass die Branche bereit ist, neue Wege zu gehen.