In der Finanzwelt ist gerade einiges im Umbruch. Die Investmentmanagement-Branche sieht sich steigenden Kosten und einem Druck auf die Gebühren gegenüber, während sich die Präferenzen der Käufer ständig verändern. Das alles führt dazu, dass innovative und differenzierende Lösungen mehr denn je gefragt sind. Führende Investmentmanagement-Firmen setzen sich intensiv mit dem Potenzial von Blockchain-Technologien auseinander. Ein aktueller Bericht von Deloitte mit dem Titel „Blockchain for Investment Managers: Are we there yet?“ beleuchtet diese Entwicklung und beschreibt zehn Indikatoren, die die Branche beobachtet, um die Transformation durch Blockchain besser zu verstehen.

Ein zentraler Punkt, den der Bericht anspricht, ist das überraschend langsame Tempo dieser Blockchain-Störung. Während einige Investmentmanager bereits experimentieren, um aufzuholen, zeigt sich, dass die notwendigen geschäftlichen und organisatorischen Transformationen oft nicht einfach umzusetzen sind. Die Herausforderungen sind vielfältig und reichen von der Anpassung der internen Strukturen bis hin zur Integration neuer Technologien.

Technologische Treiber der Veränderung

Was wir derzeit erleben, ist eine disruptive Innovation, die die gesamte Finanzdienstleistungsbranche transformiert. Technologien wie KI, Blockchain und digitale Vermögenswerte sind die treibenden Kräfte hinter diesen Veränderungen. Doch mit Innovationen kommen nicht nur neue Chancen, sondern auch Risiken. Unternehmen sehen sich gezwungen, neue Technologien zu adaptieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber, und das ist wichtig, bei diesem rasanten Wandel besteht die Gefahr, dass Governance, Kontrollen und regulatorische Rahmenbedingungen vernachlässigt werden.

Ein spannendes Beispiel aus dem Banken- und Kapitalmarktsektor ist die Entwicklung tokenisierter Währungsnetze auf Blockchain-Basis. Diese haben das Potenzial, grenzüberschreitende Zahlungen grundlegend zu verändern. Stablecoins und tokenisierte Einlagen von Geschäftsbanken könnten in naher Zukunft die Hauptinstrumente der digitalen Zahlungsmittel werden. Bis 2030 könnte jeder vierte große internationale Transfer auf diesen Plattformen abgewickelt werden, was die Transaktionskosten um 12,5 % senken und Unternehmen über 50 Milliarden Dollar an Gebühren sparen würde.

Die Zukunft der Tokenisierung

Ein weiteres interessantes Feld ist die Tokenisierung im Bereich der Immobilien. Hier ermöglicht es die Technologie, Immobilien in Bruchstücke zu teilen, die dann als digitale Token online gehandelt werden können. Diese Entwicklung ist nicht nur für private Immobilienfonds von Bedeutung, sondern auch für die Eigentümerschaft von Krediten und Verbriefungen. Es wird erwartet, dass der Markt für tokenisierte Immobilien bis 2034 auf 4 Billionen Dollar anwachsen wird, was von derzeit weniger als 0,3 Billionen im Jahr 2024 ein gewaltiger Sprung ist. Doch auch hier müssen Unternehmen rechtliche, regulatorische und technische Herausforderungen meistern.

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Im Bereich der Versicherungen setzen Unternehmen zunehmend auf KI, um gebührenbasierte Risikomanagementdienste anzubieten. Die Einnahmen aus diesen Dienstleistungen könnten in den nächsten Jahren erheblich steigen, während KI-Technologien gleichzeitig die Betrugserkennung verbessern und potenziell Einsparungen in Höhe von bis zu 160 Milliarden Dollar bis 2032 ermöglichen können. Eine Kombination aus KI und menschlicher Aufsicht scheint hier der Schlüssel zum Erfolg zu sein.

Investment-Management im Wandel

Im Investment-Management ist der Trend hin zu aktiven Exchange-Traded Funds (ETFs) unübersehbar. Diese bieten Transparenz, Flexibilität und steuerliche Effizienz bei gleichzeitig niedrigeren Kosten. Es wird erwartet, dass die Vermögenswerte von aktiven ETFs in den USA von 856 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf stolze 11 Billionen Dollar bis 2035 anwachsen. Investmentmanager sollten daher ihre Angebote an aktiven ETFs erweitern und ihre Governance-Rahmen weiter stärken.

Doch bei all diesen Entwicklungen ist eines klar: Die Implementierung von KI und Blockchain erfordert ein robustes Governance-Framework und effektive Kontrollmechanismen. Die Verwaltung digitaler Vermögenswerte erfordert zudem spezialisiertes operatives und technisches Know-how. Rechtliche und Compliance-Anforderungen, insbesondere im Hinblick auf Smart Contracts und regulatorische Vorgaben, sind nicht zu unterschätzen.