Bitcoin (BTC) hat in der vergangenen Woche einen Rückgang von 3,73% erlebt, was den Preis auf etwa 73.967 US-Dollar drückte. In dieser Zeit bewegte sich der Kurs zwischen 71.000 und 76.000 Dollar. Der Rückgang wird hauptsächlich auf institutionelle Abflüsse zurückgeführt, wobei die US-Spot-Bitcoin-ETFs in den letzten zehn Tagen netto 1,42 Milliarden Dollar verloren haben. Allein 527,8 Millionen Dollar stammten aus dem Abfluss von BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT). Diese Entwicklung ist nicht gerade eine Überraschung, denn bald plant das US-Finanzministerium, 150 Milliarden Dollar an Liquidität abzuziehen, was den Druck auf den Bitcoin-Preis weiter erhöhen könnte. DDC Enterprise und Cardone Capital haben jedoch während dieses Rückgangs 131 BTC und 130 BTC gekauft – ein Zeichen, dass einige Investoren die Situation als Kaufgelegenheit sehen.
Ethereum (ETH) erlebte ebenfalls einen Rückgang von 3,81% auf 2.012 Dollar, was auf den Verkaufsdruck von großen Investoren, den sogenannten „Whales“, zurückzuführen ist. Ein bedeutender Whale verkaufte 45.000 ETH im Wert von 92,15 Millionen Dollar. Gleichzeitig hat Bit Digital 8.568 ETH gekauft, wodurch sich deren Gesamtbestand auf 158.462 ETH erhöht hat. Es wird gewarnt, dass ein wöchentlicher Schlusskurs unter 1.850 Dollar eine Abwärtsbewegung in Richtung der Unterstützung bei 1.560 Dollar auslösen könnte. Der Angst- und Gier-Index liegt bei 36, was auf eine eher ängstliche Stimmung unter den Investoren hindeutet. Diese nervöse Stimmung wird durch die bevorstehenden Liquiditätsentzüge und die ETF-Abflüsse noch verstärkt.
Die ETF-Situation
Die Situation bei den Bitcoin-ETFs in den USA ist besorgniserregend. Über die letzten sieben Handelstage haben die Spot-Bitcoin-ETFs kumulierte Abflüsse von mehr als 2,04 Milliarden Dollar erlitten. Das ist die zweitgrößte Abflusswelle in der Geschichte der Bitcoin-ETFs! BlackRock’s IBIT verzeichnete innerhalb von 24 Stunden 375,5 Millionen Dollar an Abflüssen, trotz einer Gesamtvermögensverwaltung von über 22 Milliarden Dollar. Interessanterweise sind diese Abflüsse nicht einfach ein Ausdruck von Panik; sie werden eher als taktische Gewinnmitnahmen interpretiert, die mit makroökonomischen Faktoren wie steigenden Treasury-Renditen und einem stärkeren US-Dollar einhergehen. Während große Anleger ihre Positionen reduzieren, scheinen kleinere Investoren nach wie vor zu akquirieren.
Im Kontrast dazu ziehen einige Ethereum-ETFs, die 119 Millionen Dollar verloren haben, weniger Interesse auf sich, während Solana-ETFs 9,7 Millionen Dollar an Zuflüssen verzeichnen konnten. Es ist ein klarer Trend zu erkennen: Investoren scheinen sich anderweitig umzusehen. Die aggregierten Bitcoin-ETF-Vermögenswerte machen etwa 6,7% des zirkulierenden Bitcoin-Angebots aus, was über 1,3 Millionen BTC entspricht. Die durchschnittliche Kostenbasis für Bitcoin, die von US-ETFs gehalten wird, liegt bei etwa 89.613 Dollar. Momentan wird Bitcoin jedoch rund um 101.900 Dollar gehandelt, was bedeutet, dass die meisten institutionellen Halter immer noch im Gewinn sind.
Bitcoin und der europäische Markt
In Deutschland sieht die Lage ein wenig anders aus. Hier gibt es aufgrund der UCITS-Richtlinien keine Bitcoin-ETFs, sondern nur Bitcoin-ETNs. Diese sind zwar nicht ganz das Gleiche, bieten aber dennoch eine Möglichkeit, in den Krypto-Markt zu investieren. Im Gegensatz zu den physischen Bitcoin-ETFs in den USA, die den Spot-Preis abbilden, müssen deutsche Anleger auf Krypto-ETNs zurückgreifen. Diese können teilweise steuerliche Vorteile bieten, insbesondere wenn sie physisch besichert sind und eine Auslieferungsoption haben. Allerdings unterliegen Gewinne aus US-Bitcoin-ETFs in Deutschland der Abgeltungssteuer, ohne dass eine Steuerbefreiung nach einer Haltedauer von einem Jahr greift. Das kann für viele Investoren ein Hindernis darstellen.
Die neuen Bitcoin-ETFs in den USA haben in kurzer Zeit über zwei Milliarden USD an Fondsvolumen erreicht, was zeigt, dass institutionelle Investoren nach wie vor interessiert sind. Die Möglichkeit, in regulierte Bitcoin-ETFs zu investieren, hat sicherlich einige Türen geöffnet. Natürlich bleibt abzuwarten, wie sich die Märkte entwickeln, insbesondere in Anbetracht der aktuellen Abflüsse und der bevorstehenden Liquiditätsentzüge. Aber das ist ein anderes Thema, das wir später vielleicht weiter vertiefen sollten.