Heute ist der 15.05.2026 und die Wellen der wirtschaftlichen Unsicherheit schlagen hoch – nicht nur in der Fischereiindustrie im Nordwesten der USA, sondern auch hierzulande in Deutschland. Die Fischer in Oregon, wie Jesse Coon aus Garibaldi, kämpfen gegen steigende Dieselpreise, die durch den Krieg im Iran angeheizt werden. Coon hat in den ersten zwei Wochen der kommerziellen Trolllachs-Saison, die am 14. April 2026 begann, gerade mal ein paar tausend Dollar verdient – und das nach den hohen Treibstoffkosten. Er dachte sogar darüber nach, das Fischen vorübergehend einzustellen, um Kosten zu sparen, entschied sich aber letztendlich, weiterzumachen. Ein mutiger Schritt, wenn man bedenkt, dass Kollegen wie Hank Slavens für einen dreitägigen Angelausflug 1.500 Dollar für Treibstoff ausgeben und nur 20% des Wertes zurückbekommen. Die gesamte Fischereiindustrie in der Pazifikküste leidet unter diesen steigenden Kosten, was zu sinkenden Gewinnen und einer gewissen Unsicherheit führt.
Es ist nicht nur ein lokal begrenztes Problem. Chris Anderson, ein Wirtschaftswissenschaftler, hebt hervor, dass weniger Angelausflüge auch die Verarbeiter und Einzelhändler treffen, was den wirtschaftlichen Multiplikatoreffekt stört. Wenn die Fischer also weniger fangen, hat das weitreichende Folgen für die gesamte Kette von der See bis zum Teller. Besonders betroffen sind die Trawler, die sehr viel Treibstoff benötigen. Brad Pettinger, der zwei 80-Fuß-Trawler mit 10.000-Gallonen-Tanks betreibt, sieht sich gezwungen, mit seiner Crew über die steigenden Kosten zu sprechen, was möglicherweise zu Lohnkürzungen führen könnte. Politisch wird der Druck durch die hohen Dieselpreise ebenfalls spürbar, da viele Fischer die aktuellen Entscheidungen der Regierung unterstützen, während andere, wie der Thunfisch-Kapitän Mike Colbach, eher kritisch sind.
Internationale Dimensionen und lokale Auswirkungen
Die Situation in Oregon spiegelt sich auch in der deutschen Fischindustrie wider. Laut einem Bericht des Fischverbands ziehen Unternehmen und Großhändler für 2022 eine negative Bilanz. Die Branche leidet unter der größten Rohstoff- und Energiekrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Hohe Kosten für Rohstoffe, Energie, Logistik und sogar Bürokratie setzen den Unternehmen stark zu. Der Krieg in der Ukraine hat die wirtschaftliche Entwicklung weiter negativ beeinflusst. Im Jahr 2022 sank die produzierte Menge an Fischerzeugnissen um 1,4% auf 400.977 Tonnen – das zweite Jahr in Folge, in dem die Produktion zurückging.
Die Verkaufswerte sind zwar aufgrund der Inflation um 16,6% auf 2,3 Milliarden Euro gestiegen – ein Höchststand der letzten zehn Jahre – doch das ist nur ein schwacher Trost, wenn die Kosten gleichzeitig explodieren. Zusätzlich stellen der Klimawandel und der notwendige Umbau zu einer nachhaltigeren Wirtschaft neue Herausforderungen dar. Besorgnis herrscht auch über die Reform der Fischerei-Kontrollverordnung, die neue Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit von Fischerei- und Aquakulturerzeugnissen mit sich bringt. Diese könnten zu weiteren bürokratischen Kosten führen. Die Unternehmen verurteilen den Angriffskrieg auf die Ukraine und zeigen Mitgefühl mit den Menschen, die unter den militärischen Gräueltaten leiden.
Die Herausforderungen sind also vielfältig und erfordern schnelles Handeln. Die Sicherstellung der Rohwarenversorgung und die unterbrechungsfreie Belieferung der Kunden stehen dabei an oberster Stelle. Die Fischer, egal ob in Oregon oder Deutschland, stehen unter Druck, ihre Traditionen und ihr Handwerk fortzuführen, während sie gleichzeitig die wirtschaftlichen Hürden meistern müssen, die sich ihnen in den Weg stellen. Die Hoffnung, dass die nächste Generation die Familientraditionen fortführt, bleibt bestehen – auch wenn der Weg dorthin steinig ist.