Widerstand gegen Rechenzentren: Die Gemeinschaft von Monterey Park mobilisiert sich
Heute ist der 8.07.2026 und die Auseinandersetzung um Rechenzentren in Kalifornien, insbesondere in Monterey Park, bleibt ein brisantes Thema. Im Dezember 2022 schlug der Stadtrat den Bau eines gewaltigen Rechenzentrums vor, das die Größe von vier Fußballfeldern haben sollte. Das Vorhaben sorgte für massive Proteste unter den Anwohnern, die Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Umwelt, die Stromkosten und die Lebensqualität äußerten. Hrag Balian und Emily Chu, zwei engagierte Aktivisten, entdeckten das Projekt während ihrer Überwachung der Aktivitäten des ICE über Signal und begannen, sich mit anderen zu organisieren.
Mit einer gründlichen Untersuchung von über tausend Seiten Dokumentation des Entwicklers StratCap entdeckten sie, dass das Rechenzentrum die Energieverbrauch der Stadt verdreifachen würde. So entstand die Initiative „No Data Center Monterey Park“, die sich mit der Gruppe San Gabriel Valley Progressive Action (SGVPA) zusammenschloss. Gemeinsam starteten sie eine Aufklärungskampagne, die sozialen Medien, Lehrveranstaltungen, Petitionserhebungen und sogar Tür-zu-Tür-Werbung umfasste. Die Resonanz war überwältigend: Bis zur Stadtratssitzung im Januar 2023 fanden sich über 100 besorgte Bürger ein, um ihre Ängste zu äußern.
Gemeinschaftsengagement und Widerstand
Die Kampagne war nicht nur eine Reaktion auf das geplante Rechenzentrum, sondern auch ein Katalysator für die Gemeinschaft. Flyer wurden in verschiedenen Sprachen verteilt – Englisch, Chinesisch und Spanisch – um die vielfältige Bevölkerung von Monterey Park zu erreichen, die zu zwei Dritteln asiatisch und zu einem Viertel hispanisch ist. Die Anwohner waren besorgt über die Lärmbelästigung, die erhöhten Energiekosten und die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen, da das Rechenzentrum 14 Dieselgeneratoren betreiben sollte.
In einer beeindruckenden Mobilisierung sammelte die Gruppe innerhalb kürzester Zeit fast 5.000 Unterschriften für eine Petition. Innerhalb von sechs Wochen erließen die Stadtführer ein 45-tägiges Moratorium für den Bau von Rechenzentren und versprachen, ein dauerhaftes Verbot zu prüfen. Letztendlich zog der Entwickler im Frühjahr 2023 seinen Vorschlag zurück und die Stadt beschloss, ein vollständiges Verbot zu erlassen.
Ein Netzwerk von Aktivismus
Das Beispiel von Monterey Park hat in der San Gabriel Valley Region Wellen geschlagen. Andere Städte wie Baldwin Park, Montebello und El Monte haben ebenfalls Moratorien oder Verbote gegen Rechenzentren erlassen. Ein breites Netzwerk von Aktivisten hat sich unter dem Banner „No Data Centers San Gabriel Valley“ zusammengeschlossen, um ähnliche Initiativen in anderen Gemeinden zu unterstützen. Komischerweise scheinen die Entwickler die Region gezielt aufgrund von Annahmen über die Widerstandskraft der Bevölkerung angesteuert zu haben. Doch die Realität zeigt, dass die Bewohner bereit sind, sich zu wehren, und viele persönliche Geschichten über Gesundheits- und Umweltprobleme wurden in gut besuchten Gemeindeveranstaltungen geteilt.
Die Diskussion über Rechenzentren hat sogar über die Stadtgrenzen hinaus Schlagzeilen gemacht. In einer Zeit, in der der Widerstand gegen Rechenzentren in den USA zunimmt, mit Verzögerungen oder Stornierungen von Projekten im Wert von 98 Milliarden US-Dollar zwischen März und Juni 2025, sehen wir, wie verschiedene Gruppen – von NIMBYs bis hin zu Umweltaktivisten – eine gemeinsame Front bilden. So wird auch in Indiana, wo es über 70 Rechenzentren gibt, gegen die Errichtung weiterer 50 Projekte gekämpft.
Der Weg in die Zukunft
Aktivisten betonen die Notwendigkeit, weiterhin Strategien zu entwickeln, um gegen die Pläne der Entwickler vorzugehen und die Bedürfnisse der Gemeinschaft zu vertreten. Die Los Angeles County Board of Supervisors hat zwar über ein Moratorium diskutiert, jedoch nicht beschlossen. Stattdessen wurde eine Motion für einen Umwelt- und Gesundheitsbericht zu Rechenzentren genehmigt. Das zeigt, dass die Diskussion um Rechenzentren nicht nur lokal, sondern auch auf einer politischen Ebene von großer Bedeutung ist.
Die Debatte in Monterey Park ist somit nicht nur ein lokales Phänomen, sondern Teil eines größeren, landesweiten Widerstands gegen die Dominanz von Rechenzentren. Die Organisatoren planen, die Entscheidung über das Rechenzentrum den Wählern im November vorzulegen und setzen dabei auf eine langfristige Aufklärungskampagne. Die Mobilisierung der Gemeinschaft hat gezeigt, dass die Menschen bereit sind, für ihre Umwelt und Lebensqualität zu kämpfen. Man darf gespannt sein, wie sich diese Dynamik in den kommenden Monaten entwickeln wird.