Steuererhöhungen in Alaska: Kleine Einzelhändler vor dem Ruin?
Heute ist der 14.06.2026 und die Nachricht aus Alaska sorgt für Gesprächsstoff – nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch in den Kaffeeküchen der kleinen Einzelhändler. Der Gouverneur von Alaska hat einen Brief erhalten, der sich mit den unbeabsichtigten Folgen der neuen Steuern auf Vapor-Produkte und Nikotinbeutel im Rahmen des umstrittenen Senate Bill 24 beschäftigt. Der Autor, Walt Sendor, Kategoriemanager bei Rebel Convenience Stores, die über 30 Filialen in Alaska betreiben, hat eine klare Botschaft: Die kleinen Unternehmen und deren Kunden werden am härtesten von den Steuererhöhungen getroffen.
Die neuen Steuern, die im Januar 2028 in Kraft treten sollen, könnten die Preise für Vapor-Produkte um bis zu 118% und für Nikotinbeutel um 75% in die Höhe treiben. Die Verkaufsprognosen sind alarmierend: Ein Rückgang um 83% bei Vapor-Produkten würde nahezu 10 Millionen USD an Einnahmen für kleine Einzelhändler kosten. Bei den Nikotinbeuteln wären es fast 12 Millionen USD Verlust. In der Summe drohen lokalen Unternehmen fast 22 Millionen USD an Einnahmen verloren zu gehen. Und das, obwohl der Staat durch die neuen Steuern fast 19 Millionen USD an Einnahmen generieren könnte – 4,9 Millionen USD von den Vapor-Produkten und 13,7 Millionen USD von den Nikotinbeuteln. Wo bleibt da die Gerechtigkeit?
Ein Blick auf die Gesetzgebung
Das Gesetz, das die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Verkauf von E-Zigaretten und Vapes anpassen soll, wurde mit einer Mehrheit von 24-16 Stimmen im House und 15-5 im Senate verabschiedet. Senator Gary Stevens hat sich bereits seit Jahren für ähnliche Gesetze eingesetzt, wobei ein vorheriger Vorschlag 2022 von Gouverneur Mike Dunleavy aufgrund einer vorgeschlagenen 35%-Steuer abgelehnt wurde. Der aktuelle Gesetzesentwurf sieht eine Steuer von 25% auf den Verkaufspreis vor, was in der ersten Jahr bis zu 3 Millionen USD einbringen könnte. Damit soll eine Parität in der Besteuerung von Vaping und Zigaretten geschaffen werden.
Doch nicht nur die Steuerpolitik steht im Fokus. Der Gesetzesentwurf erhöht auch das Mindestalter für den Erwerb von Tabakprodukten von 19 auf 21 Jahre. Ein Schritt, der von einigen als notwendig erachtet wird, um den Zugang von Minderjährigen zu solchen Produkten zu erschweren. Gleichzeitig wurde eine Strafe für minderjährige Besitzvergehen von 300 USD auf 100 USD gesenkt. Einziger Lichtblick für die Raucher ist die Legalisierung von Zigarrenlounges, die es ermöglichen sollen, vor Ort Zigarre zu rauchen, obwohl diese Regelung auch auf Widerstand gestoßen ist.
Die Schattenseiten der Regulierung
Die befürchtete Folge dieser massiven Steuererhöhungen könnte dazu führen, dass verantwortungsvolle Einzelhändler auf der Strecke bleiben und Verbraucher in den illegalen Markt abwandern. Der illegale Markt wird von chinesischen Herstellern und unregulierten Geschäften beliefert, die Produkte mit hohen Nikotingehältern anbieten. Ein gefährlicher Trend, der besonders die Gesundheit junger Menschen gefährden könnte. Die Zahlen aus der staatlichen Gesundheitsabteilung zeigen, dass 17% der Alaskas Schüler 2023 E-Zigaretten oder Vapes verwendet haben – ein Rückgang von 26% im Jahr 2019, aber dennoch besorgniserregend.
Neben den politischen und wirtschaftlichen Aspekten sind aktuelle rechtliche Fragen zu Aromen und der Tabaksteuerpflicht ebenfalls brisant. Gerichte beschäftigen sich mit der Frage, ob Produkte, die als Lebensmittelaromen deklariert sind, auch als steuerpflichtige Nikotinprodukte gelten. Ein Rechtsstreit zwischen einem Branchenverband und einem Hersteller von Lebensmittelaromen könnte weitreichende Folgen für die Branche haben. Die bisherigen Urteile der unteren Instanzen haben zwar die Klage abgewiesen, doch der Fall ist nun beim Bundesgerichtshof und könnte das gesamte Steuerrecht in diesem Bereich auf den Kopf stellen.