Debatte um XRP-Freigaben: Schnelleres Wachstum oder kontrollierte Stabilität?
Heute ist der 24.06.2026 und im Ripple-Universum brodelt es. Die Debatte um die monatlichen Freigaben von XRP-Tokens aus dem Escrow-System nimmt immer mehr Fahrt auf. Bill Morgan, ein australischer Anwalt und leidenschaftlicher Kommentator der XRP-Community, hat sich kürzlich zu Wort gemeldet und fordert Ripple auf, die monatlichen Freigaben von 1 Milliarde XRP zu beschleunigen. Er ist überzeugt, dass eine schnellere Erreichung des vollständigen zirkulierenden Angebots XRP als glaubwürdiges hartes Geld etablieren könnte. Aktuell sind 32,74 Milliarden XRP im Escrow gesperrt, und die derzeitige Freigabepolitik würde den Zeitrahmen für die vollständige Zirkulation auf etwa neun Jahre verlängern. Morgan sieht das als problematisch, denn, so argumentiert er, weniger Relocking würde nicht nur den neunjährigen Horizont verkürzen, sondern auch das psychologische Schattenangebot entfernen, das die Bewertung von XRP unterdrückt.
Der Hintergrund ist, dass Ripple seit 2017 ein Escrow-System eingerichtet hat, in das 55 Milliarden XRP in 55 separate Verträge eingezahlt wurden. Jeden Monat werden 1 Milliarde XRP freigegeben – ein Prozess, der oft kritisiert wird. Morgan hat bereits in der Vergangenheit argumentiert, dass XRP zwischen November 2024 und Januar 2025 von etwa 0,50 USD auf über 3,00 USD gestiegen ist, während die monatlichen Freigaben ununterbrochen fortgesetzt wurden. Das lässt aufhorchen! David Schwartz, CTO Emeritus von Ripple, hat jedoch eine Beschleunigung der Freigaben nicht unterstützt. Er warnt davor, dass die Zerstörung von Angebot kurzfristige Marktreaktionen hervorrufen könnte, jedoch keine dauerhafte Neubewertung. Zudem hat Ripple sich seit seiner Gründung für eine kontrollierte, vorhersehbare Verteilung entschieden, die als Vorteil und nicht als Einschränkung betrachtet wird.
Die gespaltene XRP-Community
Die XRP-Community ist in dieser Frage gespalten. Auf der einen Seite gibt es die Pro-Beschleunigung-Gruppe, die die harte Geldnarrative als langfristigen Wert sieht. Auf der anderen Seite stehen die Pro-aktuelles Tempo-Anhänger, die die kontrollierte Verteilung als Vorteil für institutionelle Glaubwürdigkeit betrachten. Diese Diskussion wird auch von der Tatsache befeuert, dass Ripple monatlich 1 Milliarde XRP freigibt, aber nicht die gesamte Menge in den Markt bringt. Ein Teil wird für Operationen, Liquidität und institutionelle Geschäfte verwendet, während ungenutzte Token in neue Escrow-Verträge eingeschlossen werden.
Aktuell sind nach der Freigabe am 1. Juni etwa 61,85 Milliarden XRP im Umlauf, während rund 38,15 Milliarden gesperrt sind. Es wird befürchtet, dass eine höhere monatliche Freigabe ohne entsprechende Nachfrage zu Verkaufsdruck führen könnte. Kritiker warnen, dass größere monatliche Freigaben den Verkaufsdruck erhöhen könnten, wenn die Nachfrage nicht mithält. Zudem wird die Option zur Zerstörung des Escrow-Angebots als geschlossen betrachtet, da dies die derzeitige Flexibilität von Ripple dauerhaft eliminieren würde.
Marktreaktion und Zukunftsausblick
Die Freigabe von 1 Milliarde XRP-Tokens aus Escrow-Verträgen ist zwar planmäßig, aber die Marktreaktion wird immer sorgsam beobachtet. Insbesondere die Frage, wie sich diese Freigaben auf den Preis auswirken werden, bleibt spannend. XRP handelt derzeit in einer engen Spanne, zuletzt bei etwa 1,13 USD, mit Unterstützung bei 1,10 USD und Schwierigkeiten, die 1,20 USD-Marke zu überschreiten. Ripple hat jedoch Fortschritte im Geschäft, vor allem in Bezug auf die wachsende Akzeptanz durch RLUSD, MXNB, Mastercard-Vergleiche und neue KI-Zahlungstools.
Einen weiteren interessanten Aspekt bringt CEO Brad Garlinghouse ins Spiel: Er erwartet, dass Ripple bis Ende 2026 eine Umsatzrate von 1 Milliarde USD erreicht, ohne den Wert von XRP in der Bilanz zu berücksichtigen. Das könnte durchaus die Stimmung im Markt beeinflussen. Die Kombination aus Escrow-Freigaben und institutionellen Zuflüssen könnte mittelfristige Stabilität verleihen – allerdings gibt es auch kurzfristige Risiken. Technische Analysen zeigen XRP in einer neutral bis leicht bärischen Zone, und es gibt Indikatoren, die auf überverkaufte Zonen hinweisen.
Die Situation bleibt also angespannt und die Diskussionen innerhalb der Community werden weitergehen. XRP könnte sich als Barometer für die Marktstimmung im Altcoin-Segment entwickeln. Anleger sollten daher ihre Risikostrategien anpassen und den Markt kontinuierlich beobachten. Das Ripple-Ökosystem bleibt im Fluss, und man darf gespannt sein, wie sich die Dinge entwickeln werden. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Wellen nicht zu hoch schlagen!