Heute ist der 24.06.2026 und wir stehen am Anfang einer außergewöhnlichen Zeit. Eine Ära, in der rund 83,5 Billionen Dollar von Babyboomern und älteren Unternehmern an ihre Kinder und Enkel vererbt werden sollen. Diese immensen Vermögensübertragungen, die von UBS als die größte in der modernen Geschichte bezeichnet werden, werden nicht nur die finanziellen Landschaften verändern, sondern auch die Art und Weise, wie Vermögen verwaltet wird. Mehr als 6,9 Billionen Dollar werden allein von milliardenschweren Familien bis 2040 übertragen.

Die erste Generation hat ihr Vermögen oft in traditionellen Bereichen wie Familienunternehmen, Immobilien oder stabilen Blue-Chip-Aktien aufgebaut. Doch die jüngeren Erben, die international gebildet sind und eine weit größere Mobilität genießen, haben ganz andere Vorstellungen. Sie denken global, sind offen für diversifizierte Investitionen und zeigen ein wachsendes Interesse an alternativen Anlagen. Laut einer Umfrage von Natixis Investment Managers sind 53% der Millennials an privaten Vermögenswerten interessiert, während 62% der Millennials bereits mit Beratern über Kryptowährungen sprechen. Und das ist erst der Anfang!

Die Sehnsucht nach Veränderung

Das Interesse an Kryptowährungen ist nicht nur eine flüchtige Modeerscheinung. 44% der Millennials planen, innerhalb des nächsten Jahres in diesen digitalen Raum zu investieren. Und das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass 78% der Millennials im asiatisch-pazifischen Raum nach Wegen suchen, den Markt zu übertreffen. Im Vergleich dazu sind es nur 38% der Babyboomer, die sich mit der Idee anfreunden können. Diese differenzierte Sichtweise ist ein Zeichen für einen generationalen Wandel. Jüngere Vermögensinhaber betrachten Geld zunehmend als Werkzeug, um persönliche Ziele zu erreichen, und nicht einfach als Statussymbol.

Ein weiterer Aspekt, der die Vermögensübertragungen prägt, ist das wachsende Interesse an Nachhaltigkeit und Impact Investing. Fast die Hälfte der nächsten Generation zeigt Interesse an Investitionen, die soziale und ökologische Auswirkungen haben. In Zeiten des Wandels, geprägt von der Finanzkrise 2008 und der Covid-19-Pandemie, ist es kein Wunder, dass das Bedürfnis nach verantwortungsvoller Vermögensverwaltung steigt. In Europa etwa werden laut KPMG nahezu 3,2 Billionen Euro von einer Generation zur nächsten übertragen, was den Druck auf die Erben erhöht, sich mit den Herausforderungen der Vermögensverwaltung auseinanderzusetzen.

Herausforderungen und Chancen

Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten. Familiäre Konflikte stellen oft die größte Gefahr für den Erhalt des Vermögens dar. Viele der ersten Generation sind zögerlich, Kontrolle abzugeben, insbesondere in Asien, wo Traditionen tief verwurzelt sind. Gleichzeitig fordern die Erben mehr Transparenz und strukturierte Nachfolgeplanung. Ihre Ansprüche an die Vermögensverwaltung sind hoch, und sie verlangen nach formalen Governance-Strukturen, um die Verantwortung für das Erbe zu übernehmen.

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Die Herausforderungen sind vielfältig. Erben haben oft keine direkte Erfahrung im Management großer Vermögensportfolios und benötigen spezialisierte Beratungsdienste. Dabei spielt die Rolle von Frauen zunehmend eine zentrale Rolle im Vermögenstransfer. In den kommenden Jahrzehnten wird ein signifikantes Vermögen von Frauen verwaltet, was die Landschaft der Vermögensverwaltung weiter verändern dürfte.

Der Weg nach vorn

Intergenerationale Vermögensübertragung (IWT) umfasst nicht nur finanzielle Werte, sondern auch das Wissen und die Verantwortung, die damit einhergehen. Sie ist entscheidend für wirtschaftliche Kontinuität und soziale Mobilität. Doch die Herausforderungen sind enorm. Es gibt Wissenslücken bei den Erben, digitale Erwartungen, die neue Service-Modelle erfordern, und nicht zuletzt komplizierte steuerliche und regulatorische Fragen, die geklärt werden müssen. Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Vermögenstransfer liegt in der frühzeitigen Planung, Kommunikation innerhalb der Familie und der professionellen Beratung durch Finanz- und Nachlassplaner.

Die Finanzdienstleistungsbranche reagiert auf diese Bedürfnisse mit einem Fokus auf ganzheitliche Planung. Immer mehr wird die Bedeutung von Trusts und Stiftungen erkannt, um Vermögen nachhaltig zu verwalten. Auch digitale Vermögenswerte werden in Nachlasspläne integriert, während die Vielfalt in der Vermögensverwaltung zunimmt. Die kommenden Jahre könnten also nicht nur eine Zeit des Wandels, sondern auch der Möglichkeit sein.