Heute ist der 22.07.2026 und die Welt der Kryptowährungen steht Kopf. In Illinois geht ein Aufschrei durch die Krypto-Community, denn die Digital Chamber hat Klage gegen den Bundesstaat eingereicht. Der Grund? Eine neue Steuer auf digitale Vermögenswerte, die ab dem 1. Januar 2027 in Kraft treten soll. Die Steuer beträgt 0,2% auf alle Transaktionen mit digitalen Assets und wird von digitalen Vermittlern erhoben. Die Digital Chamber argumentiert, dass diese Steuer nicht nur unfair ist, sondern auch gegen die Verfassung verstößt. Sie wurde im Rahmen des Haushaltsplans für 2027, der von Gouverneur JB Pritzker im Juni unterzeichnet wurde, eingebracht und soll jährlich rund 60 Millionen Dollar einbringen.

Die Klage wurde in einem Illinois-Zivilgericht eingereicht und zielt darauf ab, den Digital Asset Tax Act für „nichtig und nicht durchsetzbar“ zu erklären. Laut der Digital Chamber wird die Steuer nicht auf die wirtschaftliche Aktivität selbst erhoben, sondern auf die Technologie, die für den Eigentumsübergang verwendet wird. Damit wird eine Ungleichbehandlung von wirtschaftlich identischen Transaktionen geschaffen. Dies zieht nicht nur die Aufmerksamkeit der Blockchain-Community auf sich, sondern auch von Bundesbeamten, die die Steuer als potenzielles Hindernis für technologische Innovationen sehen. CFTC-Vorsitzender Michael Selig hat die neue Regelung bereits scharf kritisiert.

Die Details der Steuer und ihre Auswirkungen

Illinois ist der erste Bundesstaat in den USA, der eine transaktionsbasierte Steuer auf digitale Vermögenswerte einführt, die als Digital Asset Tax Act oder „Kryptowährungssteuer“ bekannt ist. Die Steuer wird von digitalen Vermögensvermittlern erhoben, die in Illinois tätig sind, und muss auf den Kaufpreis digitaler Vermögenswerte aufgeschlagen werden. Interessanterweise ähnelt die Steuer einer Verbrauchssteuer und kann mehrfach innerhalb einer Transaktionskette anfallen. Zum Beispiel könnte der Kauf von Bitcoin, die Umwandlung in Ether und das Übertragen zwischen Konten jeweils steuerpflichtige Aktivitäten darstellen.

Die Definitionen im Gesetz sind weit gefasst und betreffen nicht nur den Erwerb von Kryptowährungen, sondern auch deren Austausch, Übertragung oder Speicherung. Vermittler müssen sich beim Illinois Department of Revenue registrieren und monatliche Steuererklärungen einreichen. Wer die Steuerpflicht verletzt, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, einschließlich einer möglichen Klassifizierung als Verbrechen dritter Klasse. Das wirft natürlich Fragen zur praktischen Umsetzung auf, vor allem für Plattformen mit hohem Transaktionsvolumen. Es bleibt unklar, wie einfache Wallet-Transfers behandelt werden.

Rechtliche Herausforderungen und politische Reaktionen

Die rechtlichen Herausforderungen, die diese Steuer mit sich bringen könnte, sind nicht zu unterschätzen. Insbesondere Fragen bezüglich der Commerce Clause und der Due Process Clause der US-Verfassung stehen im Raum. Vor der Verabschiedung des Haushaltsplans haben sowohl die Digital Chamber als auch die Illinois Blockchain Association die Gesetzgeber aufgefordert, die Steuerbestimmung zu streichen, da diese ohne Vorankündigung eingeführt wurde. Zudem hat der Crypto Council for Innovation Governor Pritzker gebeten, ein Veto gegen die Krypto-Steuer zu erlassen.

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Das Thema hat nicht nur lokale, sondern auch bundesweite Relevanz. Während die Krypto-Welt sich auf die neuen steuerlichen Anforderungen einstellt, haben auch die Finanzbehörden in Deutschland neue Vorgaben für Kryptowährungen erlassen. Diese beinhalten Mitwirkungs- und Aufzeichnungspflichten für Steuerpflichtige und sollen Klarheit in die rechtlichen Rahmenbedingungen bringen. In Deutschland wird der Begriff „virtuelle Währungen und sonstige Token“ durch „Kryptowerte“ ersetzt, was die Dynamik in der steuerlichen Behandlung von digitalen Assets weiter beeinflussen könnte.

Die Entwicklungen in Illinois sind ein spannendes Beispiel für den Kampf zwischen Regulierung und Innovation in der Krypto-Welt. Ob die Klage der Digital Chamber Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Die Diskussion um die Besteuerung von Kryptowährungen wird uns auch weiterhin beschäftigen – in den USA und darüber hinaus.