Am Montag kam es an der Börse zu einer bemerkenswerten Entwicklung: Die Aktien von Krypto-Unternehmen erlebten einen regelrechten Höhenflug. So stieg der Kurs der Circle Internet Group (CRCL) um 16%, während Coinbase Global (COIN) um 6% zulegte. Der Grund für diesen Aufwärtstrend? Investoren schauten gebannt auf den lang erwarteten Text zu Stablecoin-Zinsen, der in den letzten Monaten eine zentrale Rolle im Gesetzentwurf der Krypto-Industrie im Kongress spielte. Der neue Text, der zuerst von Punchbowl News veröffentlicht wurde, sieht vor, dass Plattformen wie Coinbase keine Zinsen auf inaktive Stablecoin-Guthaben zahlen dürfen.

Das bedeutet jedoch nicht das Aus für alle Arten von Belohnungen. Im Gegenteil: Belohnungen für Stablecoins, die in echten Transaktionen verwendet werden, bleiben erlaubt. Auch Liquiditäts- und Market-Making-Aktivitäten sowie die Bereitstellung von Sicherheiten im Zusammenhang mit einem Handel oder Kredit sind weiterhin zulässig. Analyst Jaret Seiberg von TD Cowen äußerte, dass diese Regelung Kunden anregen könnte, Stablecoins für alltägliche Käufe zu nutzen. Damit könnte sich das Verbraucherkreditgeschäft der Banken verändern. Dennoch zeigt sich Seiberg skeptisch, ob die überarbeitete Regelung Bestand haben wird, da Banken ein Hindernis für die Umsetzung darstellen könnten.

Der Clarity Act im Fokus

Die Debatte um die Zinszahlungen auf Stablecoins hat sich seit Jahresbeginn als das größte Hindernis für den Gesetzentwurf zur Marktstruktur, bekannt als Clarity Act, herauskristallisiert. Die kommenden Tage werden entscheidend sein, denn der Senatsausschuss für Banken muss eine Anhörung für den Gesetzentwurf ansetzen. Seiberg schätzt, dass der Senat den Gesetzentwurf bis Ende Juli verabschieden sollte, was bedeutet, dass nur noch „einige Wochen“ bleiben, um eine Abstimmung auf die Beine zu stellen.

Im März erlebte die Circle Internet Group allerdings auch weniger erfreuliche Nachrichten. Die Aktien fielen um fast 20%, nachdem ein Vorschlag für den Clarity Act bekannt wurde, der Zinszahlungen auf Stablecoin-Guthaben verbieten könnte. Diese vorgeschlagene Gesetzgebung richtet sich direkt gegen Belohnungen für Stablecoins wie USDC, die für die Akzeptanz von entscheidender Bedeutung sind. Analysten von MizuhoMFG und Futurum Equities wiesen darauf hin, dass diese Einschränkungen die Entwicklung von USDC als Wertspeicher behindern könnten. Die Reaktion des Marktes war deutlich: Circle-Aktien fielen um über 17%, und Coinbase war ebenfalls betroffen.

Regulatorische Veränderungen auf dem Vormarsch

Die regulatorische Landschaft für Stablecoins hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Der globale Markt für Stablecoins wird bis Juni 2025 auf etwa 255 Milliarden US-Dollar geschätzt, wobei fast 99 % der Stablecoins an den US-Dollar gekoppelt sind. In der EU wird die Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) im Dezember 2024 in Kraft treten, die Stablecoins in E-Money Tokens (EMTs) und Asset-Referenced Tokens (ARTs) klassifiziert. Die Diskussion über die Regulierung von Stablecoins wird immer lauter, und Kryptohandelsgruppen fordern eine Überarbeitung der Gesetzgebung zur Marktstruktur.

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Der Clarity Act ist ein Schritt in die richtige Richtung, um ein Gleichgewicht zwischen Innovation und Stabilität zu finden. Summer Mersinger, CEO der Blockchain Association, und Ji Hun Kim, CEO des Crypto Council for Innovation, haben sich für die Unterstützung des Gesetzentwurfs ausgesprochen. Dante Disparte, Chief Strategy Officer von Circle, begrüßt den Kompromiss als bedeutenden Fortschritt. Die Notwendigkeit, dass Regulierung und Innovation Hand in Hand gehen, wird immer deutlicher.

Experten erwarten, dass Stablecoins bis 2026 zu einem integralen Bestandteil der Finanzinfrastruktur werden und 10-15 % der grenzüberschreitenden Transaktionen abwickeln. Das könnte auch bedeuten, dass institutionelle Adoption für Geschäftszahlungen gefördert wird, was die gesamte Landschaft der digitalen Währungen und ihrer Nutzung grundlegend verändern könnte. Der Weg ist jedoch steinig, und die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Dinge entwickeln werden.