In Ungarn tut sich gerade einiges im Bereich der Kryptowährungen. Die neue Regierung plant, den restriktiven digitalen Vermögensrahmen, der unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán eingeführt wurde, abzuschaffen. Diese Entscheidung könnte das Krypto-Ökosystem im Land revolutionieren! Die Reform soll den Krypto-Handel entkriminalisieren und die strengen Haftstrafen aufheben, die in der Vergangenheit große Plattformen aus Ungarn vertrieben haben. Ein echter Wendepunkt, wenn man bedenkt, dass die alte Gesetzgebung, die am 1. Juli 2025 in Kraft trat, die Nutzung unlizenzierter Börsen und bestimmte hochpreisige Krypto-Transaktionen kriminalisierte.
Stellt euch vor: Transaktionen zwischen 50 Millionen und 500 Millionen ungarischen Forinten – das sind etwa 162.000 bis 1,62 Millionen USD – konnten mit Haftstrafen von bis zu fünf Jahren bestraft werden. Anbieter ohne eine Lizenz der Zentralbank konnten gar bis zu acht Jahre ins Gefängnis kommen. Die strengen Regeln führten dazu, dass Anbieter wie Revolut ihre Krypto-Dienste in Ungarn aussetzten, was letztlich zu einem Rückgang des Handelsvolumens führte. Die hohen Compliance-Kosten ließen den lokalen Markt schwächeln. Zoltán Tanács, der Minister für Wissenschaft und Technologie, bezeichnete die alten Regeln als „politisch motiviert“ und gab bekannt, dass die Regierung die Strafen abschaffen möchte.
Neuer Kurs für Ungarn
Die ungarische Regierung plant, die strafrechtliche Verfolgung von Marktteilnehmern abzuschaffen und die Cybersicherheitsregeln für etwa 4.000 ungarische Unternehmen, die der NIS2-Richtlinie unterliegen, zu überarbeiten. Ein weiterer Schritt in Richtung eines modernen Krypto-Regulierungsrahmens, der sogar an die EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) angepasst werden soll. Estland wird als Vorbild für den Wiederaufbau des digitalen Regulierungsumfelds in Ungarn identifiziert. Das Ziel? Internationale Plattformen zurück nach Ungarn zu bringen und die Hürden für inländische Betreiber zu verringern.
Die Orbán-Ära hatte die ungarische Krypto-Politik zu einer der restriktivsten in der EU gemacht, während andere Länder begannen, ihre Ansätze zu überdenken. Ein Beispiel dafür ist Pakistan, wo die Zentralbank ein achtjähriges Verbot von Kryptowährungsoperationen aufgehoben hat. Dies zeigt, dass Ungarn nicht allein ist mit seinem Kurswechsel, sondern Teil eines globalen Trends, bei dem Regierungen restriktive Krypto-Politiken hinterfragen.
Die Rolle von MiCA
Eine wichtige Rolle in diesem Kontext spielt die MiCA-Verordnung, die die regulatorischen Rahmenbedingungen für Krypto-Assets in der EU festlegt. Artikel 109 und 110 dieser Verordnung ermächtigen die ESMA (European Securities and Markets Authority), ein zentrales Register für Krypto-Asset-Whitepapers und autorisierte Dienstleister zu veröffentlichen. Bis zum 30. Dezember 2024 soll dieses Register erstellt werden. Es wird eine wertvolle Ressource für Investoren und Unternehmen darstellen, die sich im Krypto-Markt bewegen.
Das vorläufige MiCA-Register wird regelmäßig aktualisiert und soll bis Mitte 2026 als Sammlung von CSV-Dateien auf der MiCA-Webseite und der Datenbanken- und Register-Webseite verfügbar sein. Die Informationen im Register werden von den zuständigen nationalen Behörden und der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde bereitgestellt. Ein transparenterer Markt könnte also in Sicht sein!
Die Entwicklungen in Ungarn sind nur ein Teil eines größeren Puzzles, das sich in der Krypto-Welt entfaltet. Die Anpassung an die MiCA-Richtlinien wird es Ungarn ermöglichen, mit den regulatorischen Standards aller 27 EU-Mitgliedstaaten in Einklang zu treten. Das könnte nicht nur die Attraktivität des Landes für Krypto-Unternehmen steigern, sondern auch das Vertrauen der Anleger stärken. Und das ist schließlich das, was wir alle wollen, oder?