Heute ist der 29.06.2026 und die Welt der Kryptowährungen ist wieder einmal in Aufruhr. Michael Saylors Unternehmen Strategy, das als einer der größten Bitcoin-Halter unter börsennotierten Firmen gilt, steht wegen möglicher Anlegerklagen massiv unter Druck. Eine US-Kanzlei prüft derzeit, ob gegen Strategy rechtliche Schritte eingeleitet werden sollen, und das aus einem ziemlich besorgniserregenden Grund: Angeblich hat das Unternehmen irreführende Informationen über seine Geschäftstätigkeiten verbreitet. Ein Artikel auf Wallstreet Online berichtet, dass die Rosen Law Firm bereits eine Untersuchung eingeleitet hat.

Peter Schiff, ein bekannter Kritiker von Saylor und Bitcoin, hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet. Er warnt, dass Saylors Bitcoin-Modell in einer „Todesspirale“ gefangen ist. Besonders die Vorzugsaktie „Stretch“ von Strategy hat Schiff ins Visier genommen, da sie unter ihren Nennwert von 100 US-Dollar gefallen ist. Er glaubt fest, dass die exorbitante Dividende von 11,5 Prozent, die Strategy zahlt, nicht durch das operative Geschäft gedeckt ist. Das wirft Fragen auf – wie lange kann ein Unternehmen unter solchen Bedingungen überleben?

Neue Klage und massive Verluste

Aber das ist noch nicht alles. Die New Yorker Anwaltskanzlei Pomerantz LLP hat eine Sammelklage gegen Strategy eingereicht. In dieser Klage wird dem Unternehmen vorgeworfen, die Rentabilität und Risiken seiner Krypto-Anlagestrategien nicht korrekt offengelegt zu haben. Strategy hat kürzlich nicht realisierte Verluste in Höhe von 5,9 Milliarden Dollar bekannt gegeben, was zu einem dramatischen Rückgang des Aktienkurses um 8 % im ersten Quartal 2025 führte. Diese Vorwürfe sind nicht zu unterschätzen, denn sie könnten weiterreichende Folgen für die Anleger haben, die zwischen dem 30. April 2024 und dem 4. April 2025 Aktien erworben haben. Sie haben bis zum 15. Juli Zeit, sich der Klage anzuschließen.

Pomerantz argumentiert, dass Strategy die Vorteile seiner Bitcoin-Treasury-Strategie übertrieben hat, während die damit verbundenen Risiken weitgehend ignoriert wurden. Die Klage weist auf die neuen Rechnungslegungsvorschriften hin, die eine Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert für Krypto-Assets vorschreiben. Strategy hat versäumt zu erklären, wie diese Änderungen die Finanzergebnisse beeinflussen könnten. Das hat die Anleger in eine gefährliche Ungewissheit gestürzt.

Kritik von Leerverkäufern

Und als wäre das nicht genug, gibt es auch Stimmen aus dem Lager der Leerverkäufer, die das Geschäftsmodell von Strategy stark kritisieren. Jim Chanos, ein prominenter Leerverkäufer, bezeichnete es als „finanzielles Kauderwelsch“. Er weist darauf hin, dass die Marktkapitalisierung von Strategy mittlerweile 100 Milliarden Dollar übersteigt, was fast doppelt so hoch ist wie der Wert der Bitcoin-Bestände des Unternehmens. Das lässt einen schon ins Grübeln kommen – läuft hier etwas grundlegend schief?

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Michael Saylor selbst hat versucht, die Situation zu entkräften, indem er argumentiert, dass die Kapitalbeschaffung mit einem Aufschlag die Strategie „risikofrei“ mache. Doch ob das wirklich der Fall ist, bleibt abzuwarten. Matthew Sigel von VanEck äußert ebenfalls Bedenken bezüglich der Bitcoin-Treasury-Strategien börsennotierter Unternehmen und warnt vor möglichen Schäden für Aktionäre. Die Unsicherheiten scheinen also nicht enden zu wollen.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Anlegerverhalten

Inmitten all dieser rechtlichen Turbulenzen bleibt die Frage, wie die Gerichte mit Krypto-Investitionen umgehen. Ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt vom 19.04.2023 zeigt, wie kompliziert die rechtliche Lage in diesem Bereich ist. Dort wurde eine Klage abgewiesen, bei der ein Kläger Schadensersatz wegen entgangenem Gewinn aus Krypto-Investitionen forderte. Das Gericht stellte fest, dass keine Beweislast für ein pflichtwidriges Handeln des Beklagten vorlag. Solche Urteile zeigen, dass die Gerichte die Natur von Krypto-Währungen berücksichtigen und sich nicht leichtfertig auf das Terrain von Anlegerklagen begeben.

Wie sich die Situation um Strategy weiter entwickeln wird, bleibt unklar. Klar ist jedoch, dass die Risiken für Anleger in der Welt der Kryptowährungen hoch sind und die Entwicklungen genau im Auge behalten werden müssen. Die nächsten Monate könnten entscheidend dafür sein, wie die Anleger auf diese turbulente Situation reagieren.