Heute ist der 9.07.2026 und die Welt der Kryptowährungen hat wieder einmal einen spannenden Wendepunkt erreicht. Strategy hat kürzlich 3.588 Bitcoin verkauft, was einem Wert von etwa 216 Millionen Dollar entspricht. Der Verkauf fand zwischen Ende Juni und Anfang Juli statt und stellt bereits den dritten Verkauf in der Geschichte des Unternehmens dar. Die Bitcoins wurden zu durchschnittlichen Preisen zwischen 59.256 Dollar und 60.773 Dollar verkauft, was im Vergleich zu den durchschnittlichen Anschaffungskosten von 74.476 Dollar pro Bitcoin einen Buchverlust von rund 11,4 Milliarden Dollar zur Folge hat. Dabei bleibt der verbleibende Bestand von 843.775 Bitcoin, dessen Wert sich aktuell auf etwa 52,3 Milliarden Dollar beläuft.

Der Grund für diesen Verkauf ist die Sicherung der Dollar-Liquidität. Interessanterweise macht der Verkauf nur etwa 0,42 Prozent des gesamten Bestandes aus. Doch die Investoren zeigen sich besorgt über die Prioritäten des Managements, insbesondere über den Verlust von Vermögenswerten und die finanzielle Strategie des Unternehmens. Die Finanzierungsstruktur über das Produkt STRC bietet zwar eine annualisierte Rendite von zwölf Prozent, notiert seit Mai jedoch unter dem Nennwert. Analysten von CF Benchmarks geben Entwarnung bezüglich der kurzfristigen Solvenz des Unternehmens, was immerhin ein kleines Licht in der ansonsten trüben Finanzlandschaft ist.

Strategische Neuausrichtung

Strategy hat zudem ein „BTC Monetization Program“ ins Leben gerufen, das Verkäufe bis zu 1,25 Milliarden Dollar erlaubt. Diese Maßnahme könnte als Teil eines umfassenderen Plans zur Stärkung der Liquidität betrachtet werden. Experten vermuten, dass die tatsächliche Verkaufskapazität sogar höher sein könnte. Verkäufe zur Finanzierung von Dividendenzahlungen könnten allerdings teilweise nicht unter das Limit des Monetarisierungsprogramms fallen. Dabei bleibt das Vertrauen in die „HODL“-Strategie der Anleger intakt, solange solche Verkäufe Ausnahmefälle bleiben. Doch was passiert, wenn regelmäßige Verkäufe zur Unterstützung der Dividendenpolitik zur Norm werden? Das könnte die Wertversprechen des Unternehmens erheblich verwässern.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist das neu eingeführte Digital Credit Capital Framework von Strategy Inc, das fünf Komponenten umfasst: Die USD-Reserve-Policy, eine überarbeitete STRC-Dividendenpolitik, Rückkaufprogramme für Digital Credit Securities und Class-A-Stammaktien sowie das BTC-Monetization-Programm. Die USD-Reserve beträgt aktuell etwa 2,55 Milliarden USD und deckt ungefähr 17,4 Monate an Vorzugsdividenden und Zinsaufwand ab. Ab dem 1. Juli 2026 wird der STRC-Dividendensatz auf 12,00 % pro Jahr erhöht, was sicherlich einige Anleger erfreuen dürfte.

Bitcoin-Verkäufe als Finanzierungsinstrument

Es ist bemerkenswert, wie Strategy den Verkauf von Bitcoin als Finanzierungsinstrument normalisiert hat. CEO Phong Le erklärt, dass das Unternehmen BTC verkaufen wird, wenn es vorteilhaft ist. Im Mai 2026 hielt Strategy noch 818.334 BTC im Wert von 64,14 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 22 % seit Jahresbeginn. Dies zeigt, dass das Unternehmen einen Rahmen geschaffen hat, in dem der Verkauf von BTC und die Zahlung von Dividenden ertragreicher sein können als die Ausgabe von Aktien. Besonders interessant wird es, wenn man bedenkt, dass Bitcoin jährlich um 2,3 % an Wert gewinnt.

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Andere Unternehmen wie Sequans und MARA haben ähnliche Strategien verfolgt. Sequans reduzierte seinen BTC-Bestand von 1.514 BTC auf 1.114 BTC, um Schulden und Rückkaufprogramme zu bedienen. MARA hingegen verkaufte 15.133 BTC für 1,1 Milliarden US-Dollar, um Wandelanleihen zurückzukaufen und die Schulden um 30 % zu senken. Diese Maßnahmen verdeutlichen einen klaren Wandel: Bitcoin-Verkäufe werden zunehmend zur Optimierung der Unternehmensbilanz genutzt.

Insgesamt zeigt sich, dass die Welt der Kryptowährungen in Bewegung bleibt. Die Entwicklungen bei Strategy und anderen Unternehmen könnten wegweisend für die zukünftige Nutzung von Bitcoin im Unternehmensfinanzierungsbereich sein. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Trends weiterentwickeln und welche Auswirkungen sie auf den Markt haben werden.