Die Geschichte um Sam Bankman-Fried, den ehemaligen „Krypto-König“ und Mitgründer der mittlerweile insolventen Kryptobörse FTX, nimmt immer wieder neue Wendungen. Erst kürzlich hat Bankman-Fried einen Einspruch gegen seine Verurteilung eingelegt, jedoch wurde dieser von drei Richtern eines Berufungsgerichts abgelehnt. Bankman-Fried war 2024 zu einer Haftstrafe von 25 Jahren verurteilt worden, nachdem ihm Veruntreuung von Kundenvermögen und andere Betrugsvorwürfe zur Last gelegt wurden. Es ist schon ein bisschen verrückt, wenn man bedenkt, dass er ursprünglich sogar 110 Jahre Haft drohten!

Die ganze Affäre rund um FTX begann mit dem schockierenden Zusammenbruch der Plattform Ende 2022, was zu einer der größten Insolvenzen in der Geschichte der Kryptowährungen führte. Millionen von Anlegern, auch aus Deutschland, verloren den Zugriff auf ihre Investitionen. Bankman-Fried wurde auf den Bahamas festgenommen und an die USA ausgeliefert, wo er schließlich verurteilt wurde. Er befindet sich derzeit im Berufungsverfahren und hat um eine Begnadigung ersucht, will dies aber erst nach Ablauf seiner Haftstrafe tun. Komischerweise hat US-Präsident Donald Trump bereits erklärt, dass er nicht vorhat, Bankman-Fried zu begnadigen.

Der Verlauf des Verfahrens

Insgesamt wurde Bankman-Fried in sieben Anklagepunkten für schuldig befunden. Die Staatsanwaltschaft entschied sich, auf einen zweiten Strafprozess mit weiteren Vorwürfen zu verzichten. Der Richter im Verfahren hatte es den Anwälten untersagt, den Geschworenen zu sagen, dass FTX trotz Insolvenz in der Lage gewesen sei, Anlegern Geld zurückzuzahlen. Das Urteil wurde damit in einer eher drastischen Art und Weise gefällt, und die Richter des Berufungsgerichts kamen zu dem Schluss, dass der Betrug bereits bei der Überweisung an Alameda Research, einem Hedgefonds, passierte. Es ist bezeichnend, dass Alameda bei FTX ohne Sicherheiten tief ins Minus gehen konnte, was letztendlich zu einem Milliarden-Loch führte.

Bankman-Fried selbst hat immer wieder betont, dass FTX in einer Liquiditätskrise war, aber grundsätzlich zahlungsfähig. Ob das wirklich so war, bleibt offen. Die Richter schienen dieser Argumentation jedoch nicht viel Gewicht beizumessen. Seine Versuche, das Urteil anzufechten, sind nicht gerade vielversprechend. Ein Antrag auf Wiederholung des Prozesses wurde abgelehnt, weil SBF nicht ehrlich agierte, und selbst die Berufung gegen die Verurteilung ist am US-Bundesberufungsgericht für den zweiten Bundesgerichtskreis anhängig.

Die Auswirkungen für die Anleger

Die Insolvenz von FTX hat weitreichende Folgen. Milliardenwerte verschwanden, und viele Anleger stehen vor dem Nichts. Rückzahlungen an Geschädigte sollen zwar im Februar 2025 beginnen, doch diese erfolgen in US-Dollar und nicht in Kryptowährungen. Das ist vielleicht nicht das, was sich die Anleger erhofft haben. Der Bewertungsbasis für die Rückzahlungen ist der USD-Wert der Vermögenswerte am 11. November 2022, was viele fragen lässt, ob sie jemals ihr Geld zurücksehen werden.

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Der gerichtlich bestätigte Entschädigungsplan sieht vor, dass 98 % der Gläubiger bis zu 118 % des damaligen USD-Wertes ihrer Forderungen erhalten sollen. Doch die Auszahlung in Fiat führt zu einem realen Werterhaltverlust und berücksichtigt keine Kurssteigerungen seit November 2022. Zudem ist es wichtig, dass Geschädigte alle Unterlagen zu ihren Einlagen, Kursständen und der Korrespondenz mit FTX dokumentieren, um ihre Ansprüche geltend zu machen. Die steuerliche Einordnung dieser Rückzahlungen ist ebenfalls ein komplexes Thema, das bestenfalls mit einem spezialisierten Steuerberater besprochen werden sollte.

Die gesamte Situation rund um Bankman-Fried und FTX bleibt angespannt und könnte noch viele Überraschungen bereithalten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die rechtlichen Verfahren entwickeln und welche Auswirkungen sie auf die Krypto-Welt und die betroffenen Anleger haben werden. Die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt.