Heute ist der 9.06.2026 und wir sind hier, um einen Blick auf das faszinierende, wenn auch nicht ganz perfekte Projekt Rassvet zu werfen, das Russland ins Leben gerufen hat. Wie man so schön sagt: „Der Weg ist das Ziel“ – aber manchmal verläuft der Weg etwas holprig. Kürzlich berichteten westliche Medien über einen russischen Satelliten, der nach 75 Tagen ohne Bahnkorrektur in die Atmosphäre eingetreten ist. Das Objekt 4, so heißt er, wurde am 23. März 2023 gestartet und ist Teil des ersten Rassvet-Satellitenclusters. Leider verlief der Wiedereintritt nicht wie gewünscht, und es wird vermutet, dass eine Fehlfunktion des Antriebssystems vorlag. Die russischen Behörden haben sich dazu jedoch noch nicht geäußert. Dies ist der erste echte Rückschlag im Rahmen des Rassvet-Projekts, das darauf abzielt, eine Satellitenkonstellation für ein landesweites Hochgeschwindigkeits-Internet aufzubauen.

Rassvet, was übersetzt „Tagesanbruch“ bedeutet, soll bis 2035 insgesamt 900 Satelliten ins All bringen. Das Ziel? Ein souveränes Breitbandnetzwerk in niedriger Erdumlaufbahn (LEO) zu schaffen, um die Abhängigkeit von ausländischer Satellitentechnologie zu verringern. Besonders relevant, wenn man bedenkt, wie die Ukraine während des Konflikts auf das Starlink-System von SpaceX zurückgreifen musste, um ihre Kommunikationsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Hier stellt sich die Frage: Kann Rassvet diesen Wettlauf gewinnen?

Der lange Weg zur Satellitenkonstellation

Die erste Phase des Projekts sah ursprünglich vor, dass die ersten operativen Satelliten bis Ende 2025 in den Orbit gebracht werden. Nun hat sich dieser Zeitplan auf März 2026 verschoben. Die ersten 16 kleinen Satelliten, jeder ungefähr 80 kg schwer, sollen vom Vostochny-Kosmodrom mit einer Soyuz-2.1b-Rakete gestartet werden. Eine große Herausforderung, denn Russland hat nur etwa 20 Missionen pro Jahr zur Verfügung. Zudem gibt es Bedenken, dass die Sanktionen gegen das Land den Zugang zu westlichen Technologien und Komponenten eingeschränkt haben, was die Sache noch komplizierter macht. Es wird erwartet, dass Russland auf chinesische Lieferanten zurückgreifen muss, um sein Ziel zu erreichen.

Die technische Seite des Rassvet-Projekts ist auch nicht ohne Herausforderungen. Die Bureau 1440, die für die Entwicklung dieses Projekts verantwortlich ist, hat bereits experimentelle Satelliten getestet, die beeindruckende 10 Gbit/s Laserinter-Satellitenverbindungen ermöglichten. Doch was bedeutet das für die tatsächliche Leistung? Die angestrebte Durchsatzrate von 1 Gbit/s mit einer Latenz von unter 70 Millisekunden klingt verlockend, aber die Realität könnte anders aussehen. Bisherige Tests zeigten nur 48 Mbit/s im Downlink und 12 Mbit/s im Uplink mit einer Latenz von 38-42 Millisekunden.

Militärische und zivile Perspektiven

Ein weiterer Aspekt, den wir nicht außer Acht lassen sollten, ist die militärische Nutzung von Rassvet. Das System soll sowohl militärische als auch zivile Bedürfnisse bedienen, was bedeutet, dass es über die Möglichkeiten der Kommunikationskontrolle für Drohnen und andere militärische Anwendungen hinausgeht. Das ist nicht nur ein technisches Unterfangen, sondern auch eine strategische Entscheidung, um die Kommunikationsvorteile der Ukraine zu verringern und eine eigene Infrastruktur aufzubauen.

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Doch während Russland mit diesen Herausforderungen kämpft, hat die ukrainische Armee bereits über 42.000 Starlink-Terminals im Einsatz. Diese haben sich als unverzichtbar für die Gefechtskommunikation etabliert. Starlink bietet schnelle und zuverlässige Internetverbindungen, aber auch hier gibt es Schattenseiten – wie die Geo-Blocking-Problematik, die die Nutzung in von Russland kontrollierten Gebieten einschränkt. Es bleibt abzuwarten, ob Rassvet in der Lage sein wird, diesen Herausforderungen gewachsen zu sein und eine ähnliche Rolle zu spielen.

Die Zukunft des Rassvet-Projekts ist ungewiss. Mit dem Ziel, bis 2035 97 % Russlands mit Internet zu versorgen, könnten möglicherweise sogar Teile der Ukraine erreicht werden. Aber die Frage bleibt: Wird es Russland gelingen, ein zuverlässiges System aufzubauen, das mit den bestehenden Lösungen konkurrieren kann? Immerhin scheinen einige ähnliche Projekte in der Vergangenheit gescheitert zu sein, und es gibt ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit und des Weltraummülls.

Der Raumfahrtwettlauf ist spannend, aber auch voller Unsicherheiten. Wir können nur abwarten und beobachten, wie sich die Dinge entwickeln und ob Rassvet der erhoffte Lichtblick für Russland wird.