Heute ist der 10.06.2026, und die Stimmung rund um Bitcoin (BTC) ist, sagen wir mal, nicht gerade euphorisch. Die Nachfrage nach der führenden Kryptowährung hat sich in den letzten Monaten merklich verschlechtert. Ein Bericht von CryptoNews hebt hervor, dass die kombinierte Nachfrage nach Spot- und perpetual Futures auf schockierende -650.000 BTC gefallen ist – ein Niveau, das seit 2019 nur dreimal erreicht wurde. Das klingt nicht gut, oder? Die Schwäche betrifft nicht nur die gehebelten Trader, sondern auch die organische Marktnachfrage. Immer weniger Käufer betreten den Markt, während die Exposition gegenüber Derivaten schwindet. Das lässt auf eine zunehmende Fragilität der Preisbewegungen schließen. Historische Muster zeigen, dass solche Rückgänge oft vor großen Instabilitäten auftreten, wie etwa vor dem Crash im März 2020 und während des Bärenmarktes 2022.
Es gibt auch Anzeichen dafür, dass Bitcoin in eine Phase schwacher Dynamik und gedämpfter Teilnahme eintreten könnte. Die Cumulative Value-Days Destroyed (CVDD) im Verhältnis zum Preis ist auf 0,73 gestiegen, was nahe an der historischen Zyklusuntergrenze von 0,85 liegt. Diese Schwelle hat in der Vergangenheit Bärenmärkte begleitet, etwa 2015, 2018 und 2022. Die aktuellen projektierten Bodenpunkte liegen zwischen 52.000 und 59.000 US-Dollar, wobei die Nachfrage entscheidend ist, um einen stabilen Boden zu schaffen. In der vergangenen Woche verzeichneten Kryptobörsen-ETFs über 1,8 Milliarden US-Dollar an Nettoabflüssen, hauptsächlich aus Bitcoin. Das deutet darauf hin, dass Kapital die Märkte verlässt, anstatt innerhalb der Kryptos zu rotieren.
Die Nachfrage erschöpft sich
Wie es aussieht, hat der Bitcoin-Markt einen neuen Zyklus erreicht, in dem Anzeichen von Nachfrageerschöpfung sichtbar sind. Laut dem Crypto Weekly Report von CryptoQuant hat das Nachfragewachstum seit Anfang Oktober 2025 an Schwung verloren, was auf eine mögliche Übergangsphase in den Bärenmarkt hindeutet. Es gab im aktuellen Zyklus drei bedeutende Nachfragewellen, die durch die Einführung von U.S. Spot Bitcoin ETFs, Optimismus im Hinblick auf die Präsidentschaftswahl in den USA und steigendes Interesse von Bitcoin Treasury Companies ausgelöst wurden. Aber jetzt? Jetzt scheint die Unterstützung, die zuvor für den Aufwärtstrend sorgte, zu schwinden.
Die institutionelle Nachfrage hat sich ebenfalls umgekehrt. Im vierten Quartal 2025 bewegten sich die U.S. Spot Bitcoin ETFs von einer Akkumulation zu einer Verteilung, was eine Abnahme von etwa 24.000 BTC in den Netto-Holdings zur Folge hatte. Im Gegensatz dazu waren die ETFs im vierten Quartal 2024 noch starke Netto-Käufer. Onchain-Daten zeigen zudem, dass Adressen, die zwischen 100 und 1.000 BTC halten, unter den historischen Trends wachsen – ein weiteres Zeichen, das an die Märkte vor dem Bärenmarkt 2022 erinnert. Die abnehmenden Finanzierungssätze in den perpetual Futures sind ein weiterer Indikator für ein sinkendes Risiko und eine nachlassende Risikobereitschaft unter den Tradern.
Ein Blick auf die aktuelle Preisbewegung
Am 8. Juni erlebte Bitcoin einen kurzen Anstieg von 62.000 auf über 64.000 US-Dollar, ausgelöst durch eine Aussage von Donald Trump über ein fast abgeschlossenes Friedensabkommen zwischen den USA und Iran. Die Märkte interpretierten dies als positives Signal und mobilisierten Kapital in risikoreichere Anlagen wie Bitcoin. Komischerweise reagierte Bitcoin schneller als die Aktienmärkte. Aber das Glück könnte trügerisch sein – steigende Spannungen zwischen Israel und Iran könnten die Gewinne schnell wieder zunichte machen.
Die Rally wurde zusätzlich durch einen Short Squeeze verstärkt, wobei innerhalb von 24 Stunden Positionen im Wert von 255,03 Millionen US-Dollar liquidiert wurden, wobei 87 % davon Short-Positionen waren. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von Bitcoin lag bei etwa 26, was als stark überverkauft gilt. Die Kursbewegung wurde also durch das erzwungene Schließen von Short-Positionen und Käufe in Zeiten extremen Angstzustands angetrieben. Ein offenes Interesse bei den perpetual Contracts stieg um 7,36 %. Die entscheidende Frage wird nun sein, ob Bitcoin die Zone zwischen 62.500 und 63.000 US-Dollar halten kann.
Der nächste makroökonomische Impuls steht mit dem US-Verbraucherpreisindex (CPI) am 10. Juni bevor. Ein niedrigerer CPI-Wert könnte die Rally verlängern; ein höherer Wert könnte hingegen Verkaufsdruck auslösen. Solange Bitcoin die Marke von 65.000 US-Dollar nicht zurückerobert hat, bleibt die Erholung unsicher. Die Märkte befinden sich in einem Zustand der „extremen Angst“, mit einem Fear & Greed Index von nur 16. Die Beobachtungen deuten darauf hin, dass ein Schlusskurs über 64.000 US-Dollar den Aufwärtstrend bestätigen könnte, während ein Bruch unter 61.500 US-Dollar die Erholung infrage stellt. Der Druck, die 63.000 US-Dollar-Marke zu halten, wird größer. In Anbetracht der aktuellen Marktbedingungen bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird.