Jeremy Grantham warnt vor der KI-Blase und empfiehlt Investitionen in nicht-US-amerikanische Aktien
Heute ist der 25.06.2026. Die Finanzmärkte sind ein ständiges Auf und Ab, und gerade jetzt stehen sie unter dem Einfluss von Jeremy Grantham, einem erfahrenen Investor, der seine Augen auf die gegenwärtige Marktsituation geworfen hat. Grantham, der $85 Milliarden bei GMO verwaltet, hat sich kürzlich in einem Interview auf Steven Bartletts YouTube-Serie „The Diary of a CEO“ zu Wort gemeldet. Dabei warf er einen kritischen Blick auf die aktuelle Situation, insbesondere auf die Rolle der künstlichen Intelligenz, die er als die größte Investmentblase in der Geschichte der USA bezeichnete. Beunruhigend für viele Anleger: Grantham warnt vor einem möglichen Rückgang der Aktienkurse um bis zu 70 Prozent.
Seine Empfehlungen sind ebenso direkt wie provokant. Er rät dazu, 60 % der Ersparnisse in nicht-US-amerikanische Aktienindizes zu investieren. In den letzten 12 Monaten haben Schwellenmärkte eine beeindruckende Rendite von 65 % erzielt, während der S&P 500 nur 25 % zulegen konnte. Grantham glaubt, dass Bitcoin letztlich auf null sinken wird und empfiehlt, sich auf Aktien, Anleihen und Edelmetalle zu konzentrieren, bevor die KI-Blase platzt. Seine persönliche Meinung, die er während des Interviews äußerte, ist nicht die von GMO, was er deutlich macht.
Die Warnung vor der KI-Blase
Grantham hat eine umfangreiche Marktgeschichte – er blickt auf mehr als sechs Jahrzehnte Erfahrung zurück. Eine seiner zentralen Thesen ist, dass die US-Aktienmärkte schon lange in einer Blase sind. Diese Blase könnte durch das übermäßige Interesse an neuen Technologien, insbesondere künstlicher Intelligenz, weiter angeheizt werden. Er zieht Parallelen zu historischen Blasen wie der von 1929 oder 2000, als die Märkte schließlich auf den vorherigen Trend zurückfielen. Grantham beschreibt die gegenwärtige Situation als bemerkenswert, weil die Preise sich weigern, den üblichen Zyklus zu vollenden. Dies deutet auf eine gefährliche Überbewertung hin.
Er spricht zudem von der psychologischen Komponente, die bei Spekulationsblasen oft eine Rolle spielt. Anleger neigen dazu, sich an den positiven Nachrichten zu orientieren und nehmen hohe Multiplikatoren an, in der Hoffnung, dass die guten Zeiten ewig anhalten. Das ist ein gefährlicher Trugschluss, wie die Geschichte zeigt. Grantham prognostiziert, dass das Platzen dieser Blase nicht nur zu einem wirtschaftlichen Rückschlag führen, sondern auch die Unternehmensgewinne und Bewertungen stark beeinträchtigen könnte. Für langfristige Investoren ist Geduld und Disziplin gefragt. Einfach gesagt: Die Märkte bewegen sich nicht nur aufgrund besserer Narrative.
Kryptowährungen im Fadenkreuz
Seine starken negativen Ansichten über Kryptowährungen, insbesondere über Bitcoin, sind unübersehbar. Grantham hat nie Bitcoin besessen und glaubt fest daran, dass es letztlich zu null tendieren wird. Das wirft Fragen auf: Sind Kryptowährungen wirklich nur ein vorübergehender Hype oder steckt mehr dahinter? Die Geschichte hat gezeigt, dass viele Finanzkrisen nicht allein durch wirtschaftliche Faktoren erklärt werden können. Die Tulpenblase des 17. Jahrhunderts ist ein klassisches Beispiel dafür, wie Spekulation und psychologische Faktoren zu katastrophalen finanziellen Zusammenbrüchen führen können.
Damals, als die Preise für Tulpenzwiebeln in die Höhe schossen, glaubten viele Anleger an die Unverwüstlichkeit ihrer Investitionen. Als die Nachfrage jedoch einbrach, fiel der Markt zusammen. Ähnlich könnte es mit Kryptowährungen laufen, wenn die Spekulation den Boden unter den Füßen verliert. Grantham empfiehlt daher, sich auf solide Anlagen zu konzentrieren. Seine Anmerkungen zur Ungleichheit in den USA und der erosiven Wirkung des sozialen Vertrags sind ebenfalls nicht zu ignorieren. Er schlägt vor, dass Anleger in stabileren Ländern wie Deutschland oder Japan nach Alternativen suchen sollten.
In einem Umfeld, in dem niedrige Zinsen und billige Kredite die Spekulation anheizen, könnte die nächste Krise schon vor der Tür stehen. Es ist eine Zeit des Umbruchs – sowohl für traditionelle Anlagen als auch für neuartige Finanzinstrumente wie Kryptowährungen. Die Frage bleibt, ob Anleger bereit sind, die Risiken zu erkennen und entsprechend zu handeln. Die Märkte sind unberechenbar, und das ist vielleicht das einzige, was wir mit Sicherheit wissen können. Manchmal ist es klüger, die eigenen Finanzen zu überdenken und sich auf bewährte Strategien zu besinnen.