Heute ist der 28.05.2026 und die Welt der Kryptowährungen ist einmal mehr in Aufruhr. Ein neuer, bemerkenswerter Gerichtsfall hat die Aufmerksamkeit auf sich gezogen, der sich mit der Zukunft von Bitcoins und deren vermeintlichen Besitzern auseinandersetzt. Der Kläger, ein gewisser Noah Doe, hat in New York eine Klage eingereicht, die sich gegen 39.069 Bitcoin-Wallets richtet, die zusammen einen Wert von etwa 293 Milliarden US-Dollar repräsentieren. Aufgerufen sind 3,8 Millionen BTC – eine gewaltige Summe, die selbst die kühnsten Träume übersteigt.
Doe, der anonym bleibt, hat laut Berichten einen Algorithmus entwickelt, um inaktive Bitcoin-Adressen zu identifizieren. Diese Adressen hat er dann als „Fundgut“ an die New Yorker Polizei (NYPD) übergeben. Obwohl seine Absichten edel erscheinen, könnte das rechtliche Fundament wackelig sein. Die Argumentation stützt sich auf das New Yorker Fundgutgesetz, mit dem er hofft, die Eigentumsrechte an diesen Wallets nach einem Jahr Inaktivität zu beanspruchen. Aber Experten wie Alex Thorn von Galaxy Research kritisieren die Bewertung von unter 10 US-Dollar pro Adresse als völlig unrealistisch und potenziell schädlich für den Rechtsanspruch.
Die Hintergründe der Klage
Der Fall wurde am 11. März 2026 eingereicht und erlebte am 1. Mai 2026 seine Erweiterung auf die besagten 39.069 Wallets. Die Kläger, Noah Doe sowie die LLCs ABC Company und XYZ Company, sind anonym geblieben, was Fragen zu ihrer Glaubwürdigkeit aufwirft. Besonders pikant: Ein Teil der Wallets steht im Verdacht, Satoshi Nakamoto, dem mysteriösen Schöpfer von Bitcoin, zu gehören. Diese Wallets beinhalten schätzungsweise 1,09 Millionen BTC, was um die 83,7 Milliarden US-Dollar entspricht.
Ein hochinteressanter Aspekt ist, dass 99,7 % der Wallets in der Klage mit Ansprüchen überlappen, die bereits von Craig Wright erhoben wurden. Wright ist bekannt dafür, sich als Satoshi Nakamoto auszugeben, was die rechtlichen Auseinandersetzungen noch komplizierter macht. Eine gerichtliche Genehmigung für die On-Chain-Zustellung über OP_RETURN-Nachrichten wurde erteilt, aber die Gültigkeit dieser Methode wird von vielen in Frage gestellt. Die Zustellung selbst wurde von einer Person namens „Carlos J. Voltron“ unterzeichnet, deren Identität nicht verifiziert werden konnte. Das lässt einen schon ins Grübeln kommen.
Die Rolle der Bewertungsfrage
In der rechtlichen Argumentation wird die Bewertung der Wallets als entscheidend angesehen. Der Kläger behauptet, dass jede Adresse weniger als 10 US-Dollar wert ist – eine Einschätzung, die Galaxy Research als völlig übertrieben bezeichnet. Wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Adresse 97,25 BTC hält, was etwa 7,5 Millionen US-Dollar entspricht, wird klar, dass die Klage auf sehr dünnem Eis stehen könnte. Tatsächlich könnte ein Versäumnisurteil in New York bis Ende Juni 2026 ergehen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass der gesamte Antrag genehmigt wird, ist eher gering bis mäßig.
Wenn die Kläger tatsächlich gewinnen sollten, würde das Gericht zwar eine Erklärung über das Eigentum abgeben, jedoch keine privaten Schlüssel schaffen. Das bedeutet, dass die Kläger nicht in der Lage wären, auf die Gelder zuzugreifen – ein eher frustrierendes Ergebnis für alle Beteiligten. Ein Urteil könnte zudem zu einer Einfrierung von Vermögenswerten führen, was die Situation weiter verkompliziert, insbesondere wenn die Coins jemals auf einer zentralen Börse bewegt werden.
Fazit und Ausblick
Solche rechtlichen Auseinandersetzungen werfen spannende Fragen über das Eigentum, die Bewertung und die Natur von inaktiven Bitcoin-Adressen auf. Die Unsicherheiten rund um die Identität der Kläger, die rechtlichen Grundlagen ihrer Ansprüche und die Glaubwürdigkeit ihrer Bewertungen könnten den Ausgang dieses Falls erheblich beeinflussen. Die Welt der Kryptowährungen bleibt spannend und unberechenbar – wie immer. Und während wir auf die nächsten Entwicklungen warten, bleibt nur zu hoffen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen mit der Technologie Schritt halten können.