Heute ist der 31.05.2026 und die Krypto-Welt dreht sich weiter, als hätte sie nie einen Stillstand gekannt. Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung nach Bitcoin, hat in den letzten Monaten einige Turbulenzen durchlebt, die für viele Anleger und Entwickler ein heißes Thema darstellen. Der Ethereum-Entwickler Reid hat kürzlich einen kritischen Blick auf die Entwicklungen geworfen und ist dabei auf einige interessante Punkte gestoßen.

Reid hat sich ausführlich mit der Abwertung von Ether beschäftigt, die seit dem Merge im September 2022 um satte 65% im Vergleich zu Bitcoin gefallen ist. Diese Abwertung, so Reid, ist nicht das Resultat von Marktzyklen oder Koordinationsproblemen, sondern vielmehr auf spezifische Ausführungsfehler der Ethereum Foundation zurückzuführen. Am Höhepunkt des Merge stand das ETH/BTC-Verhältnis bei etwa 0,085, während es bis Ende Mai 2025 auf etwa 0,028 fiel. Dabei handelt Ether aktuell unter 2.000 USD, was einem Rückgang von 21% im letzten Jahr entspricht. Die Marktkapitalisierung von Ether liegt zudem unter den Erwartungen der Optimisten.

Reid’s Kritik und die Realität des Merge

Reid widerspricht der Überzeugung von David Hoffman, einem Mitgründer von Bankless, dass die Marktkapitalisierung von Ether „verdient“ sei. Er weist darauf hin, dass die versprochene 99,95%ige Reduktion des Energieverbrauchs durch den Merge eine Frage adressierte, die von Kapitalanlegern nie gestellt wurde. Stattdessen suchen institutionelle Anleger nach Renditen, Entwickler nach Finalität und Nutzer nach günstigeren Transaktionen. Dies sind die wahren Bedürfnisse der Community, und Reid kritisiert, dass Ethereum sich in der Zeit der Spekulation mit Spezifikationen auseinandersetzte, während Solana bereits schnelle Transaktionen anbot.

Besonders auffällig ist das Fehlen einer eigenen Staking-App, drei Jahre nach dem Merge. Die offizielle Methode, um zu staken, erfordert das Halten von 32 ETH und das Betreiben eines Validator-Knotens. Die meisten Nutzer wenden sich daher an Lido, das mittlerweile etwa 24% des gestakten Ethers hält, was jedoch Bedenken hinsichtlich der Zentralisierung aufwirft. Es bleibt also die Frage, ob Ethereum hier nicht eine große Chance verpasst hat, die Nutzererfahrung zu verbessern.

Technologische Entwicklungen und Herausforderungen

Reid kritisiert auch den rollup-zentrierten Fahrplan, der die Basis-Schicht von Ethereum belastet hat. EIP-4844, das im März 2024 eingeführt wurde, senkte die Blob-Gebühren auf fast 1 wei, doch die vierteljährlichen Transaktionsgebühren sind seit dem Höchststand von 4,3 Milliarden USD im vierten Quartal 2021 um etwa 95% gefallen. Diese Zahlen sind alarmierend und werfen ein Licht auf die aktuellen Herausforderungen, mit denen Ethereum konfrontiert ist.

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In der Zwischenzeit hat Arbitrum bemerkenswerte Betriebsgewinne von 90%-98% auf Layer 2 erzielt, während Base etwa 70% der Rollup-Gewinne Mitte 2025 erfasste. Dennoch führt die Ausgabe eigener Token durch jede wichtige Layer 2 zu fragmentierten Kapitalflüssen innerhalb des Ökosystems. Das bringt eine gewisse Unsicherheit in die gesamte Krypto-Landschaft.

Es bleibt abzuwarten, ob Ethereum die notwendigen Schritte unternehmen kann, um seine Position im Krypto-Markt zu stabilisieren und möglicherweise sogar auszubauen. Die Diskussionen um Effizienz, Benutzerfreundlichkeit und tatsächliche Marktbedürfnisse sind aktueller denn je. Reid und andere Entwickler stehen in der Verantwortung, die Weichen für die Zukunft von Ethereum richtig zu stellen. Die Community wartet gespannt auf die nächsten Schritte – und das nicht ohne Grund.