Am 30. April 2023 hat die brasilianische Zentralbank eine Entscheidung getroffen, die für viele überraschend kam: Sie verbot die Nutzung von Kryptowährungen bei grenzüberschreitenden Zahlungen. Dieses Verbot tritt am 1. Oktober 2023 in Kraft und betrifft insbesondere die institutionelle Nutzung von Krypto-Assets. Ein neuer Beschluss, bekannt als Nr. 561, ändert die bisherigen Regelungen für internationale Überweisungsdienste und schließt Kryptowährungen als Zahlungsoption aus. Das bedeutet, Transaktionen müssen künftig über Devisen oder brasilianische Real-Konten von Nichtansässigen abgewickelt werden. Virtuelle Vermögenswerte werden zwar als spezielle Kategorie zur Identifizierung von Transaktionen anerkannt, doch für grenzüberschreitende Geschäfte sind sie nicht zugelassen. Das klingt nach einem Rückschritt für die Krypto-Community in Brasilien.

In einem aktuellen Bericht von Bitso, „2025 Crypto Landscape in Latin America“, wird jedoch deutlich, dass Stablecoins in Lateinamerika eine bedeutende Rolle spielen. Laut der Analyse von fast 10 Millionen Kunden aus Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Mexiko machten Stablecoins 40 % der Krypto-Käufe aus, wobei USDC allein 23 % ausmachte. Das lässt die Frage aufkommen: Wie wird sich das Verbot auf diese Zahlen auswirken? Die Einführung von USDC-Zahlungen durch Meta und Stripe in Kolumbien, die es Kreativen ermöglichen, Einnahmen über Solana oder Polygon zu empfangen, könnte ebenfalls neue Dynamiken erzeugen. Schließlich hatte Meta zwischen 2019 und 2022 ein eigenes Kryptowährungsprojekt, das zuerst als Libra und dann als Diem bekannt war, aber aufgrund regulatorischer Widerstände eingestellt wurde.

Regulierung im Kryptobereich

Die Regulierung von Kryptowährungen ist ein heißes Thema. Der erste Bitcoin wurde 2009 erschaffen, und seitdem ist die Welt der Kryptowährungen explodiert. Doch trotz der rasant wachsenden Zahl an digitalen Währungen bleibt das Kryptosystem eine kleine, isolierte Nische im Vergleich zum traditionellen Finanzsystem. Skandale wie der Zusammenbruch der Handelsplattform FTX im Herbst 2022 haben die Risiken des Systems klar aufgezeigt und die Aufmerksamkeit europäischer und internationaler Regulierungsbehörden auf sich gezogen. Diese beobachten die Entwicklungen im Kryptobereich genau.

Die Risiken des Kryptosystems hängen stark von dessen Größe und der Vernetzung mit dem traditionellen Finanzsystem ab. Der Monatsbericht der Bundesbank informiert regelmäßig über Regulierung und Herausforderungen im Kryptobereich. Dabei wird das „regulate and contain“-Prinzip verfolgt, um Ansteckungsrisiken mit dem traditionellen Finanzsystem zu minimieren. Am 9. Juni 2023 wurde die europäische Verordnung zur Regulierung von Märkten (MiCAR) veröffentlicht und trat am 29. Juni 2023 in Kraft. Sie zielt darauf ab, einen harmonisierten Rechtsrahmen für nicht regulierte Kryptowerte zu schaffen.

Die Zukunft der Krypto-Regulierung in Deutschland

In Deutschland ist die BaFin in Zusammenarbeit mit der Bundesbank für die Aufsicht über Emittenten von Stablecoins und E-Geld-Token zuständig. Die MiCAR-Regulierung überträgt teilweise die Aufsicht über signifikante vermögenswertreferenzierte Token auf die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA). Währenddessen entwickelt der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht internationale Standards für Banken im Kryptosystem, die bis zum 1. Januar 2025 implementiert werden sollen. Es gibt zudem Diskussionen über die Überarbeitung der Capital Requirements Regulation (CRR) und der Capital Requirements Directive (CRD) in der EU.

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Die Wichtigkeit einer konsequenten und zügigen Umsetzung dieser Regulierungen kann nicht genug betont werden. In Deutschland sind nationale Gesetzesänderungen erforderlich, um die Vorgaben von MiCAR zu erfüllen. Die Krypto-Welt ist im Wandel, und es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Landschaft in den kommenden Jahren entwickeln wird. Es ist klar, dass die Regulierung eine zentrale Rolle spielt, um das Vertrauen in digitale Währungen und deren Integration in unser Finanzsystem zu fördern.