Bitcoin hat in den letzten Tagen ordentlich durchgerüttelt. Vor nicht allzu langer Zeit schien der Himmel noch klar, doch jetzt ist das Sentiment am Markt verdüstert. In den letzten 24 Stunden wurden fast 1,5 Milliarden Dollar an Krypto-Positionen liquidiert, so viel wie seit Februar nicht mehr. Allein bei Bitcoin gingen rund 800 Millionen Dollar verloren. Das alles geschah, als der Preis um bis zu 7 % auf unter 67.000 Dollar fiel, was den tiefsten Stand seit zwei Monaten bedeutet. Da fragt man sich schon, was da los ist. Die Sorgen über den Konflikt im Iran und der Verkauf durch den großen Halter Strategy Inc. haben die Situation zusätzlich angeheizt. Es ist schon krass, dass Bitcoin nun fast 50 % unter seinem Allzeithoch von rund 126.000 Dollar im Oktober liegt.

Die Dynamik wird nicht einfacher, wenn man bedenkt, dass die Nachfrage nach Bitcoin aktuell von zwei Seiten negativ beeinflusst wird: Zum einen durch die US ETFs, die in den letzten elf Tagen netto fast 3,5 Milliarden Dollar abgezogen haben, und zum anderen durch den Verkauf von Strategy. Dieses Unternehmen hat tatsächlich 32 BTC im Wert von etwa 2,5 Millionen Dollar verkauft – das erste Mal seit Ende 2022. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Von einem der größten Käufer von Bitcoin zum Verkäufer. Das hätte vor einem Jahr niemand für möglich gehalten. Die Aktien von Strategy sind in der Folge um 10 % gefallen, was den größten Rückgang seit Februar darstellt. In den letzten zwölf Monaten ist der Kurs sogar um über 60 % gesunken.

Strategische Entscheidungen und deren Auswirkungen

Die Lage wird noch komplizierter durch die Pläne von Strategy, die 63 Milliarden Dollar in Bitcoin hält. Michael Saylor, der Kopf hinter Strategy, hat angekündigt, dass sie möglicherweise einige ihrer Bestände verkaufen müssen, um 1,5 Milliarden Dollar an Schulden zurückzukaufen. Das könnte sich in den nächsten Tagen bis zum 19. Mai 2026 konkretisieren, je nachdem, wie die üblichen Abschlussbedingungen ausfallen. Saylor hat zudem angedeutet, dass der Verkauf von Bitcoin notwendig sein könnte, um Dividendenverpflichtungen zu erfüllen. Diese Pläne haben verständlicherweise Besorgnis ausgelöst, denn sie könnten einen weiteren Marktcrash auslösen. Analysten sind skeptisch, da die Akkumulation von Bitcoin durch Strategy auch eine Zentralisierungsgefahr für den Markt darstellt.

Doch während all dies geschieht, gibt es auch Lichtblicke. Der Bitcoin-Kurs hat in den letzten sieben Tagen immerhin um 0,92 % zugelegt, auch wenn die monatlichen Verluste bei 11,87 % liegen. Bullen versuchen verzweifelt, über das lokale Hoch von 94.486 Dollar auszubrechen, jedoch ohne großen Erfolg. Michael van de Poppe, ein bekannter Krypto-Trader, sieht einen möglichen Aufwärtstrend in den kommenden Wochen. Auch die globale Krypto-Marktkapitalisierung ist leicht gewachsen und hat die 3,14 Billionen Dollar-Marke überschritten. Unternehmens-Treasuries haben ihre Bestände seit Januar 2023 sogar um 448 % erhöht, was zeigt, dass die Akzeptanz von Bitcoin als strategische Reserve weiter zunimmt.

Der Blick in die Zukunft

Die Verknappung von Bitcoin, die durch die maximale Anzahl von 21 Millionen Einheiten bedingt ist, trägt zur Intrige bei. Cathie Wood von Ark Invest hat eine gewagte Prognose aufgestellt: Bitcoin könnte bis 2030 auf 1,2 Millionen Dollar steigen. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, aber wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass wir heute hier stehen würden? Der institutionelle Superzyklus könnte möglicherweise bereits im Gange sein, während die großen Spieler ihre Positionen strategisch ausbauen. Und während die Märkte schwanken, bleibt die Frage: Was wird als Nächstes passieren? Die Unsicherheit bleibt, aber die Geschichte von Bitcoin ist noch lange nicht zu Ende erzählt.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren