Der Bitcoin-Markt hat aktuell mit einigen Turbulenzen zu kämpfen. Kürzlich fiel die digitale Währung unter die 77.000 USD-Marke, was nicht nur die Liquidität beeinträchtigte, sondern auch zu einem Verkauf von treasury-lastigen Unternehmen führte. MicroStrategy (MSTR), ein Unternehmen, das stark in Bitcoin investiert, verzeichnete einen Rückgang von etwa 3% und nähert sich damit den Kursen von Ende April. Inmitten dieser Unruhe äußerte der bekannte Wirtschaftswissenschaftler Peter Schiff auf X (ehemals Twitter) seine Bedenken und bezeichnete MSTR als „Ponzi“-Schema, insbesondere wegen seiner 64 Milliarden USD Bitcoin-Holdings. Es ist eine besorgniserregende Zeit für Investoren, da Bitcoin über 30% unter seinem Höchststand von 126.000 USD handelt.
Die Situation wird noch komplizierter durch die hohe Abhängigkeit von Bitcoin, die MSTR eingegangen ist. Das Unternehmen erzielt eine 30% Bitcoin-Rendite, um eine 11,5% Rendite für seine STRC-Inhaber zu finanzieren. Doch die unrealisierten Verluste von etwa 500 Millionen USD bei einem BTC-Kurs von 75.129 USD werfen Fragen auf. Die Unsicherheiten im Makroumfeld, abgekürzt als FUD (Fear, Uncertainty, Doubt), könnten riskante Anlagen bis 2026 unter Druck setzen. Trotz dieser Herausforderungen zeigen die Zuflüsse in Bitcoin-ETPs, dass Bitcoin weiterhin Gold übertrifft, und Jurrien Timmer von Fidelity Investments hebt hervor, dass Bitcoin im Vergleich zu Gold führend bleibt.
Marktdruck auf MicroStrategy
Die MSTR-Aktie steht unter erheblichem Druck, nicht zuletzt wegen der etwa 720 Millionen USD jährlichen Vorzugsdividendenverpflichtungen. Am 17. Dezember fiel der Kurs der MSTR-Aktie um 5,25% auf 160 USD, während die Bitcoin-Preise weiter fielen. Schiff prognostiziert, dass die MSTR-Aktie um weitere 50% sinken könnte, was einen Preis von 80 USD bedeuten würde – ein Rückgang, der mit einem Bitcoin-Preis unter 50.000 USD korrelieren könnte. Zudem ist die Marktkapitalisierung von MSTR fast identisch mit den Bitcoin-Holdings, was zu einem mNAV (marktnotierter Nettovermögen) von 1,09 führt, was auf einen minimalen Aufschlag über BTC hinweist.
CEO Michael Saylor bleibt optimistisch und kauft weiterhin Bitcoin, wodurch die Gesamtbestände auf 671.268 BTC steigen. Er glaubt fest an die Fähigkeit des Unternehmens, die Dividenden zu zahlen, und behauptet, dass sie diese Zahlungen sogar 75 Jahre lang aufrechterhalten könnten, selbst wenn der Bitcoin-Preis stagniert. Analysten schätzen, dass MSTR über einen Kapitalpuffer von 1,44 Milliarden USD verfügt, der ausreicht, um die Dividendenverpflichtungen für etwa 24 Monate zu decken. Doch die Diskussionen über die mögliche Streichung digitaler Vermögenswerte aus dem MSIC Index könnten zu passiven Abflüssen von bis zu 2,8 Milliarden USD führen, falls MSTR aus dem Index ausgeschlossen wird.
Die kritischen Stimmen und das Geschäftsmodell
Schiff ist nicht der einzige, der Zweifel an MSTR und seinem Geschäftsmodell äußert. Er bezeichnet die Investitionen in Bitcoin mit Investorengeldern als potenziell betrügerisch. Er argumentiert, dass die Renditen der Vorzugsaktien nie ausgezahlt werden und das Unternehmen letztendlich bankrott gehen könnte. In der letzten Woche kaufte die Firma Strategy Bitcoin im Wert von 835,6 Millionen USD – der größte Kauf seit Juli – und der Gesamtbestand an Bitcoin beträgt nun 649.870 Token, was einem Wert von etwa 61,7 Milliarden USD entspricht. Diese Käufe wurden größtenteils durch Erlöse aus einer Euro-Vorzugsaktien-Emission finanziert und zeigen, dass das Unternehmen weiterhin auf Bitcoin setzt, trotz der fallenden Kurse.
Die Entwicklung des Bitcoin-Preises ist in den letzten Wochen dramatisch gewesen. Seit Anfang Oktober ist der Bitcoin um fast 30% gefallen, was sich spürbar auf die Marktstabilität ausgewirkt hat. Der mNAV von MSTR fiel von über 2,5 auf 1,2, was die Attraktivität für Anleger verringert. Michael Saylor hatte ursprünglich Bitcoin-Käufe durch den Verkauf von Stammaktien finanziert, später durch Wandelanleihen und Vorzugsaktien, was die Abhängigkeit von der Kryptowährung weiter verstärkt hat. Die Frage bleibt, ob die Strategie des Unternehmens auf lange Sicht tragfähig ist oder ob die Kritiker recht behalten werden.