Die Welt der Kryptowährungen bleibt dynamisch und aufregend, und in letzter Zeit hat Arthur Hayes, Mitbegründer von BitMEX, die Aufmerksamkeit vieler Anleger auf sich gezogen. Laut Hayes hat der Bitcoin-Bullenmarkt begonnen, und er sieht eine potenzielle Preisbewegung auf bis zu 126.000 US-Dollar. Diese Vorhersage basiert auf einem Anstieg der Liquidität, der durch Ausgaben im Bereich Künstliche Intelligenz, militärische Aufrüstung und politische Entscheidungen hervorgerufen wird. In seinem Essay „The Butterfly Touch“ (veröffentlicht am 12. Mai) beschreibt Hayes den nächsten Anstieg des Kryptomarktes als eine Makro-Liquiditätsstrategie. Er identifiziert drei entscheidende Kräfte – den KI-Rüstungswettlauf, militärische Eskalationen und die Abkehr von just-in-time Lieferketten –, die die USA und China in Richtung einer lockereren Kreditvergabe antreiben.
Hayes verknüpft Bitcoins jüngste Performance mit dem US-Angriff auf den Iran am 28. Februar, was er als Wendepunkt für die Geldschöpfung interpretiert. Seiner Meinung nach ist die Investition in KI-Infrastruktur eine nationale Sicherheitspriorität sowohl für die USA als auch für China, was die monetäre Zurückhaltung erschwert. Er verweist zudem auf die Inflation, die durch KI-Investitionen angeheizt wird, und zitiert dabei das Jevons-Paradoxon sowie den Red-Queen-Effekt. Hayes erwartet, dass sich der Kreditmarkt weiterhin ausdehnt, bis ein bedeutendes Ereignis im Bereich der KI-Finanzierung abgelehnt oder der politische Diskurs gegen die inflationären Auswirkungen von KI intensiver wird, insbesondere im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in den USA 2028. Er glaubt, dass Bitcoin bereits bei 60.000 US-Dollar seinen Tiefpunkt erreicht hat und ein Anstieg auf 126.000 US-Dollar wahrscheinlich ist, wobei 90.000 US-Dollar eine entscheidende Marke für die Intensivierung des Anstiegs darstellen.
Kryptowährungen als politische Währung
In einem weiteren spannenden Aspekt argumentiert Hayes, dass Störungen im US-Iran-Konflikt die Länder dazu bringen könnten, ihre Abhängigkeit von Dollar-Assets zu überdenken. Dies könnte dazu führen, dass Kapital in physische Infrastruktur umgeleitet wird. Er weist darauf hin, dass US-Politiker möglicherweise verschiedene Werkzeuge nutzen werden, um die finanziellen Bedingungen zu lockern, darunter Dollar-Swap-Linien und entspannte Banken-Capital-Regeln. Für Anleger in den Kryptomärkten empfiehlt er einen „Risk-on“-Ansatz und hebt Hyperliquid’s HYPE und Zcash’s ZEC als aktuelle Positionen hervor, während er NEAR als bevorzugte Handelsmöglichkeit identifiziert. Zu NEAR plant er, in einem zukünftigen Essay eingehender zu sprechen, insbesondere über dessen Privatsphäre und das Potenzial für positive Cashflows.
Aktuell liegt der Bitcoin-Kurs bei 80.680 US-Dollar, und es bleibt spannend zu beobachten, ob Hayes‘ Prognosen Realität werden. Doch auch andere Quellen belegen, dass Bitcoin ein turbulentes Jahr 2026 durchlebt hat. Laut einer Studie von Wisdomtree hat Bitcoin in diesem Jahr an Wert verloren und liegt bei etwa 63.840 Euro (Stand: 14. April 2026). In der Untersuchung werden verschiedene Szenarien für Bitcoin- und Goldpreise bis 2030 und 2050 skizziert, wobei die Inflation als zentraler Faktor betrachtet wird. Besonders spannend sind die drei Szenarien: deflationär, Basisszenario und inflationär, die den zukünftigen Wert von Bitcoin unterschiedlich bewerten.
Prognosen für Bitcoin bis 2030
Im deflationären Szenario wird ein Bitcoin-Kurs von etwa 120.000 US-Dollar bis Ende 2030 prognostiziert, während der Goldpreis auf etwa 3.000 US-Dollar pro Unze fallen könnte. Im Basisszenario wird ein Anstieg auf etwa 250.000 US-Dollar für Bitcoin und eine Stabilität bei 4.000 US-Dollar für Gold erwartet. Am beeindruckendsten ist jedoch das inflationäre Szenario, das Bitcoin bis 2030 auf über 500.000 US-Dollar heben könnte, während der Goldpreis auf über 5.500 US-Dollar steigen könnte. Langfristig, bis 2050, könnte Bitcoin sogar fast zwei Millionen US-Dollar erreichen.
Die Gründe, warum Anleger in solche Vermögenswerte investieren, sind klar: steigende Staatsschulden, ein hohes Inflationsrisiko und ein abnehmendes Vertrauen in staatliche Institutionen. Gold wird traditionell als stabiler Wertspeicher angesehen, während Bitcoin als dezentrale und alternative Lösung betrachtet wird. Die Entwicklungen, die Hayes vorhersagt, zusammen mit diesen Schätzungen, zeigen, wie sich die Landschaft der digitalen Währungen und die damit verbundenen Investitionen weiter verändern könnten. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Trends entwickeln und welchen Einfluss sie auf die Märkte haben werden.