Heute ist der 25.05.2026 und die Welt der Kryptowährungen zeigt uns einmal mehr, wie volatil sie sein kann. Besonders im Fokus stehen aktuell die Bitcoin-ETFs, die in den letzten zwei Wochen unglaubliche $2,26 Milliarden an Abflüssen verzeichnet haben. Diese Entwicklung hat viele Anleger aufgeschreckt. Die Analysten führen die Rückzüge darauf zurück, dass der Preis von Bitcoin konstant unter der 80.000-Dollar-Marke bleibt und derzeit bei etwa 77.000 Dollar notiert. Am Wochenende ist Bitcoin sogar kurzzeitig unter 75.000 Dollar gefallen und hat somit in den letzten Wochen rund 10% von seinem Hoch von über 82.500 Dollar, das am 6. Mai 2023 erreicht wurde, verloren.

Ein weiterer Faktor, der zu diesen Abflüssen beiträgt, sind die steigenden US-Staatsanleihenrenditen, die auf den höchsten Stand seit 2007 gestiegen sind. Höhere Renditen bei Anleihen machen Bitcoin, als nicht verzinsliches Asset, weniger attraktiv für Anleger. In der vergangenen Woche haben Investoren unglaubliche $1,26 Milliarden aus Spot-Bitcoin-ETFs abgezogen – das ist der größte wöchentliche Abfluss seit Januar! Und das nach einem Rückzug von $1 Milliarde in der Woche davor. Komischerweise scheinen viele Anleger ihr Geld auch in andere spekulative Anlagen zu stecken, wie etwa in Rohstoffe oder die bevorstehende IPO von SpaceX, was sich ebenfalls negativ auf die Spot-Bitcoin-ETF-Flüsse auswirkt.

Bitcoin-ETFs im Detail

Ein wenig tiefer in die Materie eingetaucht, stellt man fest, dass es unterschiedliche Arten von Bitcoin-ETFs gibt. Der Unterschied zwischen Spot-Bitcoin-ETFs und Bitcoin-Futures-ETFs ist für viele Anleger noch nicht ganz klar. Bei den Spot-ETFs wird der Nettoinventarwert (NIW) mit einer einfachen Formel berechnet: Der Gesamtwert der Bitcoins im Fonds minus der Verpflichtungen, geteilt durch die Anzahl der ausstehenden Anteile. Die Verpflichtungen umfassen dabei Gebühren und operative Kosten. Bei Futures-ETFs hingegen fließen auch der Fair Value der Bitcoin-Futures und Sicherheiten in die Berechnung ein. Das macht die Bewertung komplexer, vor allem, wenn es zu „Roll-overs“ von Terminkontrakten kommt, die den Preisverlauf beeinflussen können.

Ein Blick zurück zeigt, dass Bitcoin im Oktober 2022 sein Allzeithoch von über $126.000 erreicht hat. Die Frage bleibt, ob wir jemals wieder in solche Höhen aufsteigen werden oder ob die aktuellen Marktentwicklungen Bitcoin dauerhaft unter Druck setzen. Die Entwicklungen bei Bitcoin-ETFs sind jedenfalls ein klarer Hinweis darauf, dass die Anleger zögerlich geworden sind. Während andere Anlageklassen, wie Rohöl und Kupfer, von spekulativen Geldströmen profitieren, bleibt Bitcoin unter dem Radar. Es bleibt spannend zu beobachten, ob und wann sich das Blatt wieder wendet.