Bitcoin ETFs im Aufwind: Positive Nettozuflüsse und der Vergleich mit Gold
Heute ist der 20.07.2026 und die Welt der Kryptowährungen zeigt sich einmal mehr von ihrer spannenden Seite. Bitcoin ETFs haben in den letzten zwei Wochen für Furore gesorgt, denn sie verzeichnen zum ersten Mal seit Anfang Mai zwei aufeinanderfolgende Wochen mit positiven Nettozuflüssen. Laut SoSoValue-Daten haben die U.S. Spot Bitcoin Fonds in der Woche bis zum 17. Juli stolze 75,7 Millionen Dollar an Nettozuflüssen verzeichnet, nachdem in der Vorwoche bereits 197,4 Millionen Dollar hinzugekommen waren. Das ergibt insgesamt 273,1 Millionen Dollar an Nettozuwächsen in einem Zeitraum, der zuvor von acht Wochen mit Nettoabflüssen geprägt war. In dieser Zeit verloren die Fonds über 8,2 Milliarden Dollar – ein echter Schlag ins Gesicht für die Investoren!
Besonders auffällig ist der Rückzug von 424,7 Millionen Dollar an einem einzigen Tag, dem 17. Juli, was die größte Abhebung seit dem 26. Juni darstellt. Diese plötzliche Bewegung wurde durch die Spannungen zwischen den USA und dem Iran ausgelöst. Doch das Blatt wendete sich schnell, und die Investoren haben ihren Verkaufsdrang in den folgenden Tagen umgekehrt, was die Woche mit einem positiven Ende ausklingen ließ. Bitcoin ETFs, die im Jahr 2024 nach vorherigen Ablehnungen durch die SEC ins Leben gerufen wurden, bieten eine bequeme Möglichkeit, in Bitcoin zu investieren, ohne sich um die Verwaltung persönlicher Krypto-Wallets kümmern zu müssen. Trotzdem haben die jüngsten Marktbedingungen dazu geführt, dass viele Investoren Gelder abgezogen haben.
Der Vergleich mit Gold
Eric Balchunas, ein Analyst von Bloomberg Intelligence, zieht einen interessanten Vergleich zwischen Bitcoin ETFs und Gold ETFs, insbesondere dem ersten goldbasierten ETF in den USA, GLD. Sowohl Bitcoin als auch Gold gelten als „nicht-ertragsbringende Wertspeicher“, die stark von der Marktstimmung beeinflusst werden. Die Geschichte von GLD zeigt, dass es eine Phase rasanter Beliebtheit gefolgt von langen Stagnationsphasen gab. BlackRock’s Bitcoin ETF, IBIT, hatte im letzten Oktober kurzzeitig die 100-Milliarden-Dollar-Marke überschritten, als Bitcoin sein Allzeithoch von über 126.000 Dollar erreichte. In den darauf folgenden Monaten fiel der Wert von Bitcoin jedoch auf rund 64.000 Dollar, was fast die Hälfte seines Wertes ausmachte.
Balchunas schlägt vor, dass Bitcoin ETFs möglicherweise ein ähnliches Muster von Gewinnen und Verlusten durchlaufen könnten, wie wir es bei Gold ETFs beobachten konnten. Die aktuelle Situation ist jedoch alles andere als rosig: Citigroup hat ihre 12-monatige Bitcoin-Preisprognose von 112.000 auf 82.000 Dollar gesenkt und erwartet im nächsten Jahr null ETF-Zuflüsse, wo zuvor noch 10 Milliarden Dollar prognostiziert wurden. Die Gesamt-Nettovermögen aller 13 Spot Bitcoin ETFs sind seit Mitte Mai von über 106 Milliarden auf 77,7 Milliarden Dollar gesunken.
Bitcoin als sicherer Hafen?
Bitcoin wird mittlerweile immer mehr als Werkzeug zur Risikosteuerung gesehen, ähnlich wie Gold. Gold gilt traditionell als sicherer Hafen, vor allem in Krisenzeiten. Es hat sich als stabiler bewährt, während Bitcoin spezifischen systemischen und technischen Risiken ausgesetzt ist. Campbell Harvey von der Duke University hat in seiner Untersuchung festgestellt, dass Gold in finanziellen Unsicherheiten bevorzugt wird. Die Korrelation zwischen Gold und Bitcoin hat Anfang 2025 abgenommen, was darauf hinweist, dass die beiden Vermögenswerte sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln.
Beide, Bitcoin und Gold, haben ihre eigenen Vorzüge und Herausforderungen. Gold ist geografisch eingeschränkt, während Bitcoin global und dezentralisiert ist. Die maximale Bitcoin-Versorgung ist auf 21 Millionen Einheiten festgelegt, was es einzigartig macht. Der Bitcoin-Halving-Prozess, der alle vier Jahre stattfindet, steht im Kontrast zu Fiat-Währungen, die leicht entwertet werden können. Bitcoin hat zwar eine kürzere Historie als Gold, aber die digitale Natur von Bitcoin ermöglicht kostengünstige, nahezu sofortige globale Werttransfers.
Die Umweltkosten des Goldabbaus sind hoch, und auch Bitcoin-Mining hat seine ökologischen Herausforderungen, nicht zuletzt den hohen Energieverbrauch. Dennoch bleibt Bitcoin resistent gegen staatliche Kontrollen, während Gold anfällig für Beschlagnahmungen ist. Es ist eine facettenreiche Debatte, die sich ständig weiterentwickelt und in der die Anleger regelmäßig ihre Strategien überdenken müssen.