Es gibt Tage, an denen man einfach nicht aufhören kann, über die Welt der Kryptowährungen und insbesondere Bitcoin nachzudenken. Jüngste Entwicklungen zeigen, dass Bitcoin ETFs im Juni massive Abflüsse verzeichneten – insgesamt 4,3 Milliarden Dollar. Das war nicht nur ein kleiner Rückschlag, sondern der schlimmste Monat für Bitcoin ETFs, in dem Abflüsse an 19 von 22 Handelstagen stattfanden. Die aktuellen gesamten verwalteten Vermögenswerte (AUM) für Bitcoin ETFs belaufen sich auf etwa 75 Milliarden Dollar, während der Marktwert von Bitcoin selbst bei rund 1,2 Billionen Dollar liegt. Die iShares Bitcoin Trust hält dabei etwa 3,5 % aller im Umlauf befindlichen Bitcoins. Zusammen machen die Bitcoin ETFs nur 5,75 % aus. Es ist interessant zu sehen, dass Unternehmen wie Strategy, früher bekannt als MicroStrategy, mehr als 4 % aller Bitcoins besitzen – ein Zeichen ihrer wachsenden Bedeutung.

Die Situation ist besonders bemerkenswert, weil Bitcoin im Juni um mehr als 20 % gefallen ist. Dies hat viele dazu veranlasst, zu spekulieren, dass die Abflüsse von ETFs eher eine Reaktion auf den Preisverfall waren als dessen Ursache. Analytiker sind sich jedoch einig, dass, wenn sich der Bitcoin-Kurs stabilisiert, auch die Zuflüsse in die ETFs zurückkehren könnten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Märkte entwickeln werden. Am Rande sei erwähnt, dass Bitcoin in einer Liste der Top 10 Aktien, die von The Motley Fool’s Stock Advisor empfohlen werden, nicht auftauchte – eine interessante Fußnote inmitten all dieser Zahlen und Bewegungen, die die Anleger beschäftigen.

Ein Blick auf das ETF-Ökosystem

Um die Dynamik hinter Bitcoin ETFs besser zu verstehen, müssen wir uns mit dem ETF-Ökosystem befassen. Das AUM, also der Gesamtmarktwert aller von einem ETF gehaltenen Vermögenswerte, ist ein Indikator für das Vertrauen der Anleger und die Liquidität. Ein höherer Wert deutet oft auf ein starkes Interesse hin. Finanzinstitute, die als Authorized Participants (AP) agieren, spielen eine entscheidende Rolle, indem sie ETF-Anteile schaffen und einlösen. Diese Arbitrage-Mechanismen helfen, die Preise der ETFs nahe ihrem Nettoinventarwert zu halten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die „Cold Storage“ – eine Sicherheitsmethode, bei der private Schlüssel für Kryptowährungen offline gespeichert werden, um sie vor Hacking zu schützen. Die meisten Bitcoin-ETFs setzen diese Methode ein, um ihre Bestände zu sichern.

Einfach gesagt, der Creation/Redemption Mechanism ist der Prozess, durch den ETF-Anteile im Primärmarkt geschaffen oder eingelöst werden, was ebenfalls zur Stabilität der Preise beiträgt. Die Management Fees, die für die Verwaltung des Fonds anfallen, liegen typischerweise zwischen 0,20 % und 1,50 % für Krypto-ETFs. Das klingt vielleicht nicht viel, aber über die Jahre summiert sich das ganz schön. Auch Trading Volume spielt eine Rolle, denn je höher das Handelsvolumen, desto besser die Liquidität. Das kann bei plötzlichen Marktbewegungen von großem Vorteil sein.

Bitcoin in Deutschland und den USA

In Deutschland haben wir eine etwas andere Situation. Bitcoin-ETFs sind aufgrund der UCITS-Richtlinien nicht verfügbar, stattdessen gibt es Bitcoin-ETNs. Diese können für Anleger eine interessante Alternative darstellen, da sie teilweise wie physische Kryptowährungen behandelt werden, wenn sie über eine Auslieferungsoption verfügen. Im Gegensatz dazu gibt es in den USA seit Anfang 2024 genehmigte Bitcoin Spot ETFs – eine echte Neuheit! Beispiele hierfür sind der iShares Bitcoin Trust ETF von BlackRock oder der Fidelity Advantage Bitcoin ETF. Diese Produkte ermöglichen institutionellen Investoren den direkten Zugang zu Bitcoin und bieten eine spannende Möglichkeit, in die Kryptowährung zu investieren.

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Für deutsche Anleger besteht die Möglichkeit, US Bitcoin-ETFs über Broker zu kaufen, die Zugang zu US-Börsen bieten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese ETFs der Abgeltungssteuer unterliegen, während einige Bitcoin-ETNs steuerliche Vorteile bieten können. Das macht die Wahl zwischen diesen beiden Anlageformen zu einer Überlegung wert. Wer in Bitcoin-ETNs investiert, sollte auch die Erträge im Hinterkopf behalten, die der Kapitalertragsteuer unterliegen, mit Ausnahmen für physisch besicherte Produkte. Für die Neugierigen unter den Lesern: Es gibt eine Übersicht über die Fondsgrößen, Kostenquoten und Renditen sowohl der Bitcoin-ETFs als auch der ETNs, die sicherlich aufschlussreich ist.