Heute ist der 22.07.2026 und die Welt der Kryptowährungen steht vor einem entscheidenden Wendepunkt. Quantum Computing – ein Thema, das schon lange in den Hintergrund gedrängt wurde, ist nun auf dem Radar der Bitcoin-Gemeinschaft. Die Bedrohung ist real, und die Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, um Bitcoin zu schützen, sind komplex und vielschichtig.

Galaxy Digital, ein bedeutender Akteur in der Krypto-Szene, hat sich mit einer beeindruckenden Initiative hervorgetan: Sie haben bis zu 5 Millionen Dollar für die Bitcoin Quantum Readiness Initiative zugesagt. Ziel ist es, Bitcoin gegen die potenziellen Risiken von Quantencomputern abzusichern. Dies ist besonders wichtig, da aktuell kein kryptographisch relevanter Quantencomputer existiert, aber die Möglichkeit, dass eines Tages ein solcher Computer Bitcoin’s elliptische Kurven-Kryptographie knacken könnte, ist ein Schreckgespenst, das nicht ignoriert werden kann. Die Initiative umfasst umfassende Forschungsarbeiten und einen Rat von Experten für Quantencomputing und Kryptographie, der Vorschläge prüft und die Forschung leitet. Die Inauguralmitglieder dieses Rates sind namhafte Persönlichkeiten wie Barry Sanders, Eran Tromer und Damien Bérubé.

Die Herausforderungen der Migration

Parallel zu diesen Entwicklungen haben Bitcoin-Entwickler einen Fahrplan zur Sicherung von Bitcoin gegen Quantencomputing-Bedrohungen vorgeschlagen. Ein Entwurf für einen Bitcoin Improvement Proposal (BIP) mit dem Titel „Post Quantum Migration and Legacy Signature Sunset“ wurde im Juli 2025 veröffentlicht. Experten wie Jameson Lopp und Christian Papathanasiou haben diesen Vorschlag ausgearbeitet, der darauf abzielt, aktuelle, anfällige kryptographische Signaturen schrittweise abzubauen, bevor Quantencomputer zu einer ernsthaften Bedrohung werden. Diese Bedrohung wird zwischen 2027 und 2030 erwartet!

Die Sicherheit von Bitcoin beruht derzeit auf SHA-256 und ECDSA/Schnorr-Signaturen. Während SHA-256 als robust gilt, sind ECDSA und Schnorr anfällig für Shor’s Algorithmus – das klingt wie der Plot eines Science-Fiction-Films, ist aber bittere Realität! Etwa 6-7 Millionen BTC, die Hunderte von Milliarden wert sind, befinden sich in Adressen mit exponierten öffentlichen Schlüsseln. Diese Adressen sind vor allem frühe Bitcoin-Bestände, die das Pay-to-Public-Key (P2PK)-Format nutzen oder von vorangegangenen Transaktionen wiederverwendet werden. Ein weiteres Risiko sind institutionelle und Börsen-Wallets, die ebenfalls Adressen wiederverwenden.

Der Weg zur Sicherheit

Der vorgeschlagene BIP sieht eine stufenweise Umstellung vor: Nach drei Jahren nach der Aktivierung sollen neue Transaktionen zu alten ECDSA/Schnorr-Adressen blockiert werden, und die Nutzer werden aufgefordert, auf quantum-resistente P2QRH-Adressen zu migrieren. Fünf Jahre nach der Aktivierung würden alle Knoten Transaktionen, die mit ECDSA/Schnorr signiert sind, ablehnen. Das bedeutet, dass alte Ausgaben unbrauchbar werden. Und das ist nicht alles – Cybersecurity-Experte David Carvalho warnt vor einem möglichen „stillen Zusammenbruch“ durch KI-gesteuerte Quantenangriffe, die das Vertrauen in Bitcoin untergraben könnten, ohne dass es offensichtliche Sicherheitsverletzungen gibt.

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Die U.S. Regierung hat bereits 7,1 Milliarden Dollar für die Migration federal Systeme zu quanten-sicheren Kryptographien bereitgestellt. Das NIST hat seine ersten drei Post-Quanten-Kryptographie-Standards im August 2024 verabschiedet, und es gibt klare Richtlinien, die RSA und ECDSA bis 2030 als obsolet erklären. Die Bitcoin-Community hat also ein Zeitfenster von fünf bis zehn Jahren, um dieses erhebliche Protokoll-Upgrade durchzuführen, das Milliarden von Dollar betreffen könnte.

Die technischen Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Die Größe der Signaturen könnte explodieren, was die Transaktionsdurchsatzrate erheblich verringern würde. Zudem gibt es Fragen der Rückwärtskompatibilität mit den NIST-zugelassenen Algorithmen und die Notwendigkeit, eine branchenweite Abstimmung zu erreichen, damit Wallets, Börsen und Verwahrer ihre Infrastruktur aktualisieren können. Interimslösungen wie BIP-360 für P2QRH-Adressen und hybride Lösungen für die Übergangsvereinbarkeit sind in Entwicklung.

Die Bitcoin-Welt steht also am Scheideweg. Es ist an der Zeit, sich auf die neue Realität der Quantencomputing-Technologie einzustellen, bevor es zu spät ist. Das Engagement von Galaxy Digital und die Arbeit der Entwicklergemeinschaft sind Schritte in die richtige Richtung, aber der Weg zur Sicherheit ist lang und voller Herausforderungen.